Trägerschaft der Kindergärten: Aldenhoven ist einer Übertragung nicht abgeneigt

Trägerschaft der Kindergärten : Aldenhoven ist einer Übertragung nicht abgeneigt

Die Gemeindeverwaltung hat jetzt den Auftrag, das Personal in den eigenen Kindergärten zu einem Trägerwechsel zu befragen. Eine Übertragung an den Kreis Düren ist denkbar.

Einen Blick in eine mögliche Zukunft warf der Aldenhovener Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung, als Elke Ricken-Melchert und Landrat Wolfgang Spelthahn über die Kreismäuse informierten. Gemeint waren damit sowohl der Ende 2009 gegründete gleichnamige Verein als auch die Kinderbetreuung Kreismäuse als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR).

Die rechtlichen Implikationen dieser Konstruktion erläuterte der Landrat, der betonte, dass er nicht für eine Übertragung kommunaler Kitas werben, sondern nur das Projekt vorstellen wolle. Im Zuschauerraum spitzten derlei Beschäftigte die Ohren, die betroffen wären, wenn die Gemeinde ihre Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Kreismäuse AöR übertragen würde.

Auswirken würde sich solch ein Schritt zunächst auf die Gemeindekasse: Aldenhoven finanziert derzeit noch den Trägeranteil seiner Kitas, über die Jugendamtsumlage künftig allerdings auch noch den Trägeranteil der Kitas, die von ihren Kommunen an die Kreismäuse AöR übertragen worden sind. Solch eine ungleiche Lastenverteilung war früher durch den sogenannten Kindergartenpool verhindert worden, doch der ist längst aufgekündigt, so dass jede Kommune für sich agiert bzw. über das Kreisjugendamt, das für die Bereitstellung von ausreichend Kinderbetreuungsplätzen sorgen muss.

Optimale Betreuung sicherstellen

„Wir müssen sicherstellen, dass die Kinder eine optimale Betreuung erhalten“, beschrieb Spelthahn diese rechtliche Verpflichtung, die zur Schaffung vieler weiterer Kitaplätze geführt habe und nun zur Übertragung kommunaler Kitas an den Kreis. Die AöR sei gegründet worden, da die Einrichtungen auf diese Weise „in der kommunalen Familie bleiben“. Das führe dazu, dass vor der Übertragung keine Elternbefragung notwendig werde und für die Beschäftigten gleichzeitig eine Bestandsgarantie gelte.

Während die Gemeinde Nörvenich auch nach der Übertragung noch den Trägeranteil leistete, lehnte die Gemeinde Inden das ab, so dass aus Gleichheitsgründen künftig das Kreisjugendamt überall den Trägeranteil leistet. „Wenn jemand überträgt, müssen wir übernehmen“, machte der Landrat den Automatismus klar. So werde auch in Jülich und Linnich diskutiert, die städtischen Kitas abzugeben.

Wegen der Komplexität des Themas hatte der Gemeinderat zwar noch viele Detailfragen, kann sich aber offenbar ebenfalls eine Übertragung seiner Kitas an die Kreismäuse vorstellen. Bei drei Gegenstimmen wurde die Verwaltung beauftragt, das Personal zu befragen und Gespräche zu führen, um unklare Punkte zu klären.

(ahw)
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