Aldenhoven erinnert an die Bücherverbrennung 1933

Kunst statt Populismus : Aldenhoven erinnert an die Bücherverbrennung 1933

Am 10. Mai 1933 haben die Nazis Bücher ungeliebter Autoren verbrannt. Hitlers Schergen hatten einen wertvollen Teil der deutschen Kultur zerstört.

Die Gemeinde Aldenhoven und das örtliche Bündnis gegen Rechts erinnern am Mittwoch, 8. Mai, ab 20 Uhr, mit der Aktion „Lesestoff – Zündstoff – Brennstoff“ an die frevlerischen Scheiterhaufen im Dritten Reich.

Gegen Verführung gewappnet

Im Römerpark, nahe dem Mahnmal für die jüdischen Mordopfer Aldenhovens, soll eine neue Glut entfacht werden. Allerdings wird keineswegs sogenanntes „undeutsches Schrifttum“ den Flammen übergeben. Namentlich der betroffenen Schriftsteller wie Thomas Mann, Erich Kästner oder Kurt Tucholsky werden stattdessen Hakenkreuze im Feuer vernichtet.

„Lesestoff – Zündstoff – Brennstoff“ ist vor allen Dingen geeignet, junge Menschen zu sensibilisieren, sich vor den Verführungen der heutigen Rechtsradikalen und -populisten zu wappnen.

Das Konzept zur Aktion stammt aus der Feder des Kunstschaffenden Karl Heinz Schumacher. Unter seiner Anleitung fertigten 15 Konfirmanden und Konfirmandinnen mit Holzlatten und Farbe Hakenkreuze an, die schlechthin für das Symbol der NS-Schreckensherrschaft stehen.

Der evangelische Pfarrer Charles Cervigne unterrichtete die Jungen und Mädchen über die nationalsozialistische Kampagne „Wider den undeutschen Geist“ mit der Bücherverbrennung. Schon anno 1821 bewies der deutsche Dichterfürst Heinrich Heine hellseherische Fähigkeiten mit dem Satz: „Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende Menschen.“

Aktion unterstützen

Es sind sicherlich nicht zuletzt diese Worte, die auch Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen bewegen, die Aktion äußerst engagiert zu unterstützen. Er lädt alle Bürger, Vertreter von Rat und Gemeinde, Parteien, Vereinen sowie sämtlicher Institutionen ein, an der Mahnveranstaltung teilzunehmen.

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