Aldenhoven: "Das passt nicht in den Fahrplan"

Umzug der Grundschule Aldenhoven : „Das passt nicht in den Fahrplan“

Der Rat und die Gemeindeverwaltung sind sich einig: Die Grundschule Aldenhoven braucht mehr Platz. „Ich denke, das Thema ist unstrittig“, sagt Bürgermeister Ralf Claßen (CDU). Ist es auch, trotzdem sind die Fraktionen im Gemeinderat offenbar verwundert über eine Beschlussvorlage, die auf der Tagesordnung für die Sitzung am Donnerstag zu finden ist.

Ab 18 Uhr diskutiert der Rat in öffentlicher Sitzung im Ratssaal unter anderem über den „Umzug der GGS Aldenhoven in die Gebäude der ehemaligen Haupt/Realschule“, wie in der Tagesordnung zu lesen ist. „Wir fragen uns: Warum kommt dieser Vorschlag jetzt auf die Tagesordnung“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Buder. Und mit ‚wir‘ meine er nicht nur die SPD, sondern auch die CDU. „Da gibt es bei uns einen Konsens.“ Dem schließt sich wenigstens auch die FWG an, wie der Fraktionsvorsitzende Dieter Froning erklärte.

Es gibt offenbar unterschiedliche Ideen über die Reihenfolge der Aldenhovener Schulprojekte. Haupt- und Realschule am Standort Schwanenstraße sind Geschichte. Die Räume stehen leer und könnten genutzt werden. Für was – das scheint die Frage zu sein. In der Sitzungsunterlage schlägt die Verwaltung vor, die frei gewordenen Räume zu sanieren, um sie ab dem Schuljahr 2020/21 der Grundschule zur Verfügung zu stellen. Die Grundschule wachse. Der Rückschluss ergibt sich aus den prognostizierten Anmeldezahlen für die kommenden Jahre.

„Da herrscht im Rat Einigkeit, das sehen wir genauso“, betonte Buder. Allerdings sei der Druck noch nicht akut hoch. Außerdem gebe es noch die Räume der ebenfalls ausgelaufenen Katholischen Grundschule, die genutzt werden könnten, falls kurzfristig mehr Platz erforderlich sei. Buder sprach von einer Baustelle, die zuerst abgearbeitet werden müsse: die Sanierung der Räume der Gesamtschule Aldenhoven Linnich (GAL) am Pestalozziring. Die werde nur möglich, wenn man die jetzt freigewordenen Räume der Haupt- und Realschule als Ausweichmöglichkeit nutze.

Froning sieht das offenbar ähnlich. „Für die Grundschule gibt es keinen akuten Handlungsbedarf. Ich gestehe, dass ich mich über die Sitzungsvorlage wundere. Sie kommt in einer Phase auf den Tisch, in der die Diskussion noch gar nicht abgeschlossen ist. Das passt gerade nicht in den Fahrplan“, sagte Froning. Auch er betont, dass Ausweichräume für die GAL  gerade eine höhere Priorität haben sollten. Er sei gespannt auf die Argumente der Verwaltung. Claßen betonte, dass er auf einen konstruktiven Dialog zum Thema Schulplanung hoffe.

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