Jülich: Akkordeonvirtuose spielt die Giganten der Klassik

Jülich : Akkordeonvirtuose spielt die Giganten der Klassik

Bei einer „Matinee zur Marktzeit“ in der Jülicher Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt ist Alexandre Bytchkov am Akkordeon aufgetreten. In seinem Repertoire hatte er die Giganten der klassischen Musik.

Eröffnet wurde das Konzert mit einem der bekanntesten Werke der Orgelmusik, das Bytchkov für sein Akkordeon arrangierte: Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge“ in d-Moll. Schon als der Musiker die Bühne betrat, erschallte seitens der Zuschauer Applaus.

Auch Stücke für ein Streichorchester arrangierte der zweifache Deutsche Akkordeonmeister für sich und sein Instrument um. So präsentierte Bytchkov dem Publikum, das die Bänke der Kirche recht gut besetzte, von Antonio Vivaldi das „Concerto Grosso“ in d-Moll.

Alexandre Bytchkov ist gebürtig aus Russland. Dort studierte er auch in Leningrad an der „Staatlichen Hochschule für Kultur“ sein jetziges Instrument.

Verfolgt und gemocht

Obwohl er schon seit 20 Jahren in Mainz lebt, brachte er nach Jülich auch zwei Titel russischer Musiker mit in die Kirche. Nachdem er die „Romanze“ von Georgi Sviridov zu Gehör gebracht hatte, wendete er sich einem Präludium des Opus 87 von Dmitri Schostakowitsch zu. Vorab erläuterte er noch: „Dmitri hatte ein schweres Leben. Er wurde von einer kommunistischen Partei und von Kollegen, die seine Musik nicht mochten, verfolgt.“ Trotzdem werde seine Musik bis zum heutigen Tage geschätzt.

Da der Applaus nach dem Ende der Matinee nicht abbrach, setzte sich der Akkordeonist erneut und spielte eine weitere Fuge von Bach — dieses Mal in g-Dur.

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