Jülich: Acht Schuss und einige gesellige Stunden

Jülich: Acht Schuss und einige gesellige Stunden

25 Mannschaften und 40 Einzelschützen aus der Jülicher „Lokalprominenz“ legten ihr Luftgewehr auf den Ständer. Sie pressten den Schaft in die Schulter, holten tief Luft und atmeten ohne Druck aus, während sie mit beiden Augen die in zehn Metern platzierte Zielscheibe anvisierten. Ins Schwarze geschossen wurde auf eine Original-Wettkampfkarte, zudem brachten drei Glücksscheiben Spannung und Abwechslung ins Spiel.

Eines der strategisch höchsten Ziele lag etwa auf einer Scheibe über der Kopfmitte eines Clowns. Trifft der Schütze daneben, bringt ihm das unter Umständen eine Höchstzahl an Minuspunkten.

Das im Jülicher Land äußerst beliebte Prominentenschießen leitet traditionell das Schützenfest der St. Rochus-Schützen ein und ist nicht nur Höhepunkt der eigenen Kirmes. Für eine bunte Mischung von Gästen aus Politik und Verwaltung, Geldwirtschaft, Karnevals-, Sport- und Schützenvereinen, Feuerwehr und Werbegemeinschaft ist das Mitfeiern und Wetteifern im Schießstand am Kulturbahnhof ein fester Termin im Jahreskalender. Dabei nahmen sich die meisten Besucher ein paar Stunden Zeit: Für Geselligkeit bei Bier und Brötchen ein Stockwerk höher und den sportlichen Spaßwettkampf in der Schießanlage.

„Hier treffen sich alle und bleiben zusammen“, fasste Vize-Brudermeister und Ansprechpartner Werner Lüttgen zusammen. „Sie kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad und machen sich einen schönen Abend“, setzte er nach.

Kurz vor der Bundestagswahl war sowohl die Präsenz der Politiker als auch der Anteil politischer Inhalte deutlich erhöht. Alles lief jedoch harmonisch und stressfrei ab.

Thematisiert wurden ferner die vom Schwanenteich verschwundenen schwarzen Schwäne und geplante Rückzugsmöglichkeiten für die Wassertiere. Auch die eine oder andere Anekdote durfte nicht fehlen. So hatten es etwa die Sebastianus-Schützen aus Mersch/Pattern gleich bei ihrer ersten Teilnahme vor ein paar Jahren auf Platz 1 geschafft, nachdem sie zunächst einmal ein paar Stündchen gemütlich „Zielwasser“ getrunken hatten.

Der letzte Schuss fiel bereits um 21.30 Uhr. Zum zweiten Mal hatte die Bruderschaft die Schusszahl pro Kopf von zehn auf acht Schüsse reduziert, um den Wettbewerb früher abschließen zu können als noch vor ein paar Jahren, als bis weit nach Mitternacht angelegt wurde.

Besonders viele Betreuer aus der gastgebenden Bruderschaft standen zur Beratung der Gäste im Schießwettbewerb bereit. Die Sieger werden traditionell am späten Vormittag des Kirmessonntags, 8. September, in der Stadthalle geehrt.

(ptj)
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