Abwässer werden von Aldenhoven nach Jülich geleiet

Gemeinderat Aldenhoven : Abwasser wird nach Jülich geleitet

Im Aldenhovener Gemeinderat erläuterte Dipl.-Ing. Thomas Rolfs, Dezernent Abwasser beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER), auf der jüngsten Sitzung den Stand der Arbeiten beim Bau einer Abwassertransportleitung von der Kläranlage Aldenhoven zur Kläranlage Jülich, die damit verbundenen Kosten sowie die Auswirkungen auf die künftigen Abwassergebühren.

Ursprünglich hätte die Überleitung des Abwassers von Aldenhoven nach Jülich bereits zum Jahreswechsel beginnen sollen, führte Rolfs in seinem Vortrag aus, doch hätten leichte Umplanungen zu einer Verzögerung geführt, so dass die Überleitung von Aldenhoven nach Jülich erst im Sommer erfolgen werde.

Grund für das Konzept, das der WVER erstmals 2014 im Aldenhovener Bauverwaltungsausschuss vorgestellt hat, ist der technische Zustand der Kläranlage Aldenhoven. Um den Standort wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen, hätte der WVER rund 10,5 Millionen Euro aufwenden müssen.

Alternativ zur Optimierung der Kläranlage Aldenhoven sei eine Überleitung des Abwassers zur Kläranlage Jülich, die noch Reserven aufweise und nicht ausgebaut zu werden brauche. Da der Bau einer 5,1 km langen Abwassertransportleitung und der Umbau der Kläranlage Aldenhoven in eine Pumpstation mit Beckenkapazität zur Mischwasserspeicherung und -behandlung „nur“ mit 5,1 Millionen Euro zu Buche schlägt, sei vom WVER diese wirtschaftlichere Lösung gewählt worden, zumal sie dem Ziel des Verbandes entspricht, die Zahl der Kläranlagen zu reduzieren.

Wie der WVER-Dezernent weiter ausführte, liegt die Leitung zwischen den Kläranlagen Aldenhoven und Jülich nach Baubeginn im Sommer 2017 zu etwa 75 Prozent. Es fehlen noch einzelne Kreuzungen nach Umplanungen und der Umbau der Kläranlage Aldenhoven zur Pumpstation. Dazu wird das bisherige Filtergebäude verwendet. Die alten Klärbecken bleiben erhalten und dienen künftig nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren als Regenüberlaufbecken. Über den Rückbau der übrigen Anlagenteile muss nach Ermittlung der Kosten und Verkehrssicherungspflicht noch entschieden werden.

Wenn die Abwassertransportleitung spätestens im Juni kommenden Jahres in Betrieb geht, teilen sich die Stadt Jülich (58.400 Einwohnerwerte = 70,4 Prozent) sowie die Gemeinden Aldenhoven (16.600 EW = 20 Prozent) und Titz (8000 EW = 9,6 Prozent) den Betrieb der Kläranlage Jülich, der entsprechend dem prozentualen Anteil auf die Beitragszahlerr umgelegt wird.

„Der Beitrag wird moderat steigen“, rechnete Rolfs dem Gemeinderat vor, dass sich der Bau der Abwassertransportleitung auf den jährlichen Beitrag auswirken wird, den die Gemeinde an den WVER zu zahlen hat. Der Prognose nach wird der Spitzenwert von rund 2,84 Millionen Euro 2022 erreicht. Da der WVER-Beitrag in die Berechnung der Abwassergebühr einfließt, sind hier ebenfalls Erhöhungen zu erwarten. Der Abwasserexperte des WVER erwartet hier eine Beitragssteigerung von rund 20 Prozent durch die Überleitung. Diese Steigerung hätte demgegenüber rund 34 Prozent bei einer Ertüchtigung der Kläranlage Aldenhoven betragen, sagte er.

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