A-Ligist SW Titz nach Streit um Etat ohne Trainer und Spieler

Streit bei Schwarz-Weiß Titz : Ein Trainer schmeißt hin, bevor er losgelegt hat

Was wird aus dem A-Ligisten Schwarz-Weiß Titz? Erst am Wochenende feierte der Traditionsverein sein 100-jähriges Bestehen. Weniger feierlich ist die sportliche Situation mit Blick auf die kommende Saison.

Die Gedanken der Vereins-Verantwortlichen um den Vorsitzenden Franz-Josef Leifeld dürften beim Festkommers abgedriftet sein. Denn in der Vorwoche erhielten sie die Nachricht, dass der zur Winterpause als Nachfolger von Trainer Renardo Schiffer vorgestellte Cotrainer, Serkan Türkmen, die Nachfolge von Schiffer zur Saison 2019/2020 nicht antreten wird. Noch schlimmer: Damit steht Titz für die neue A-Liga-Saison auch keine adäquate Mannschaft zur Verfügung.

„Ich soll nun mit den Spielern, die ich schon geholt habe, in Nachverhandlungen treten. Das mache ich nicht“, sagt Serkan Türkmen. „Ich stehe schließlich bei denen im Wort.“ Dem Vernehmen nach hat Türkmen Zusagen von 13 Akteuren, die in der neuen Saison bei den Schwarz-Weißen spielen wollten. Doch davon kann nun keine Rede mehr sein.

„Ich habe mit Serkan geredet, habe ihm klar gemacht, dass unser Budget für diese Anzahl von Akteuren nicht reichen würde. Ich habe ihn daraufhin gebeten, Nachverhandlungen zu tätigen“, sagt Vorsitzender Franz-Josef Leifeld. Nachverhandlungen in Sachen Fahrgeld-Erstattung, denn das Budget reiche nur für zehn Spieler. Dass damit keine A-Liga-Mannschaft auf die Beine zu stellen ist, ist auch Leifeld klar. Sein Vorschlag, so sagt er, sei gewesen, aus der Reserve Spieler zu holen, damit den Kader aufzufüllen. „Das hat er abgelehnt, denn mit dieser Lösung wäre ein vernünftige A-Ligasaison nicht zu bestreiten.“ So legte Türkmen nach Leifelds Worten sein Amt nieder, bevor er es überhaupt angetreten habe. Denn nach dem letzten Spiel am Sonntag war für Trainer Renardo Schiffer Schluss.

Wie es jetzt beim A-Ligisten Schwarz-Weiß Titz weitergeht, kann der erste Vorsitzende zurzeit nicht beantworten. Fakt ist, dass der Verein die Erste nicht aus der A-Liga zurückziehen wird. „Nein, das machen wir nicht, wir treten an.“ Wie die Mannschaft dann zum Saisonstart aussehen wird, ist eine noch offene Frage, die der Vorstand so schnell wie möglich beantworten möchte. „Wir suchen noch nach Spielern. Mit Jonas Küpper, einem Ur-Titzer, der zuvor bei Welldorf-Güsten und Lich-Steinstraß gespielt hat, haben wir vielleicht unseren neuen Spielertrainer“, berichtet Franz-Josef Leifeld. Der stünde, wenn die Schwarz-Weißen keinen neuen Übungsleiter finden, zur Verfügung. Dass die sportliche Zukunft in der A-Liga mehr denn je ungewiss ist, weiß auch Leifeld. „Wenn wir sportlich absteigen sollen, dann ist es halt so. Aber wir wären auf jeden Fall dann in der übernächsten Saison B-Ligist.“ Zum Hintergrund: nach der kommenden Saison greift die vom Fußballverband beschlossene neue Klasseneinteilung. Sollten die Titzer jetzt zurückziehen, müsste man sich laut Leifeld dann für die Saison 2020/2021 für die B-Liga qualifizieren. „Und schaffen wir diese Qualifikation dann nicht, dann müssten wir in der C-Liga ganz neu anfangen.“ In der Liga, aus die Renardo Schiffer den Verein vor fünf Jahren heraus in die A-Liga geführt hat.

Mehr von Aachener Nachrichten