Jülich: 2. Tischtennis-Bundesliga: Bezahlbarer Spitzensport ist Beginns Credo

Jülich: 2. Tischtennis-Bundesliga: Bezahlbarer Spitzensport ist Beginns Credo

Wenn die Spieler des TTC Indeland Jülich in der 2. Bundesliga Nord zu einem Punktspiel antreten, haben sie für ihre Gegner meist schlechte Nachrichten parat. Seit der Saison 2009/2010 ist das so, denn stets belegte der siegreiche Verein einen vorderen Tabellenplatz in der Liga.

War das alles nur Zufall, oder wird sich diese Tendenz in der kommenden Saison 2013/2014 sogar noch erhärten?Kein Verein in der Tischtennis-Bundesliga verfügt auch nur annähernd über einen solch erfahrenen Manager wie die Indeländer mit Arnold Beginn.

Gleich einem Kapitän auf hoher See lenkt er seit über einem halben Jahrhundert die Geschicke des Clubs. Manche Klippe galt es in all den Jahren zu umschiffen und nicht selten blies ihm eine steife Brise ins Gesicht. Doch nie wankte Beginn, immer hielt er „seinem Kahn“ die Treue.

„Jülich ist mein Schiff, wir sind auf ewig unzertrennlich“, sagt er mit fester Stimme, die jeden Zweifler verstummen lässt.

Dies umso mehr, wenn man sich seinen „Steuermann“ Johannes Dimmig, der als Erfolgstrainer auch schon wieder seit zehn Jahren mit an Bord ist und seine fleißigen und siegeshungrigen „Matrosen“, die ehemaligen und aktuellen Spieler des TTC, vor Augen hält. Der Erfolg des TTC Indeland Jülich ist wahrlich kein Zufall, sondern das Resultat brillanter und beharrlicher Teamarbeit.

Ein Fingerzeig, wie es in der neuen Saison weitergeht, könnte bereits die Rückrunde der vergangenen Spielsaison gewesen sein. Hier blieb der TTC als einziger Verein der Liga ungeschlagen und um Haaresbreite wäre fast noch der Husarenstreich des abermaligen Titelgewinns nach 2010/11 gelungen. Am Ende konnten die Herzogstädter auch mit der Vizemeisterschaft gut leben.

Zumal zu Beginn der Saison, nach leichten Startschwierigkeiten und unglücklichen Niederlagen in einer ausgeglichenen und ungemein spielstarken Liga, zwischenzeitlich sogar der Atemhauch des Abstiegsgespenstes zu spüren war. Doch schnell hatte dieser sich wieder ausgehaucht und wich einer angriffslustigen und optimistischen Stimmung im Team, die bis zum letzten Spieltag anhielt.

Hierfür gab die goldene Mischung zwischen älteren und erfahreneren Routiniers wie Trinko Keen und Adel Massad mit unbekümmerten Heißblütern wie Gianluca Walther, Michael Servaty und Anton Adler den Ausschlag. Jean Lauric, Hermann Mühlbach und der im mittleren Paarkreuz wie eine Bombe einschlagende Dmytro Pysar, verliehen dabei mit ihrer soliden Spielweise der erfolgreichen Mischung die entscheidende Würze.

Aufgrund der Strukturreform der Liga und des neuen Spielsystems mit nur noch vier statt bisher sechs Stammspielern, entschieden sich die TTC-Verantwortlichen für die kommende Spielsaison zu einem Radikalschnitt in Sachen Spielerzusammensetzung. Obwohl er gut ins Bild passte, wurde der alte Zopf abgeschnitten, um einer neuartigen Veränderung Platz zu schaffen. So blieben lediglich Dmytro Pysar und Hermann Mühlbach in der Stammformation.

Die neue Nummer Eins des Teams wird der vom TTS Borsum wechselnde Hunor Janos Szöcs sein. Der 23-jährige Rumäne avancierte in der Vorsaison bereits zum drittbesten Spieler der Liga und verspricht zudem weiteres Steigerungspotenzial. Komplettiert wird die Vierermannschaft vom jungen Japaner Yoshihiro Ozawa, der vom TTC Altena nach Jülich kommt. Für ihn bedeutet sein Aufstellungsplatz Vier beim TTC zunächst scheinbar einen Rückschritt, da er in Altena noch an Position Eins gesetzt war. Aber von Harakiri ist Ozawa weit entfernt, im Gegenteil: Er weiß, will er auch in Jülich ganz nach oben, muss er sich mit aller Kraft von unten abstoßen.

Das Feld ist also insgesamt wieder bestens bestellt. Sollte aus unvorhersehbaren Gründen zeitweise ein Spieler ausfallen, steht Altmeister Adel Massad nach wie vor als Edelreservist zu Diensten.

Doch wohin genau geht sie nun, die Reise des TTC Indeland Jülich zur neuen Saison? Diese Frage kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einmal Manager Arnold Beginn mit letzter Sicherheit beantworten.

„Wohin sie nicht geht, das weiß ich“, schmunzelt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu „In der unteren Tabellenhälfte wird auch diesmal kein Platz für uns sein, dort haben wir nichts zu suchen.“

Seine treuen Fans und Sponsoren möchte er erneut mit spannendem und bezahlbarem Spitzensport verwöhnen und sich dann für die weitere Zukunft alle Optionen offen lassen.

Dabei ist ihm eine Zugehörigkeit zur 1. Liga „auf Teufel komm raus“ suspekt, vielmehr müssen erst sämtliche Rahmenbedingungen in einer sich ständig verändernden Tischtennis-Bundesliga wieder stimmen.

„In erster Linie trage ich Verantwortung für das Wohlergehen des Vereines und die Spieler. Wenn die See rau ist, drosseln wir vorübergehend das Tempo. Aber einen Untergang wird es mit mir nie geben“, lautet Arnold Beginns Ausblick und Resümee.