Jülich: 15 Jahre KuBa: Ein geschätzter „kleiner Musentempel”

Jülich: 15 Jahre KuBa: Ein geschätzter „kleiner Musentempel”

Kinoabende, Lesungen, Comedy, Konzerte und Partys: Ab Montag fährt das KuBa-Team die volle Bandbreite seines Könnens auf. Zum 15. Geburtstag des Kulturbahnhofs gibt es an 15 Tagen Programm für jede Zielgruppe, vom Kleinkind bis zum Rentner.

Vor etwa 20 Jahren kaufte die Stadt Jülich das Bahnhofgebäude, auch der Arbeitskreis Kultur im Bahnhof bewarb sich dafür, den alten Bahnhof für seine Idee nutzen zu können. „Das erste Ziel war es, einen Treffpunkt für Jugendliche zu etablieren, denn so was gab es hier damals nicht”, sagt Cornel Cremer, heutiger Geschäftsführer des KuBa. Konzerte und Partys sollte es geben, doch Anfangsschwierigkeiten mit besorgten Anwohnern stoppten die Pläne erst einmal.

Eine Menschenkette quer durch Jülich sollte damals ein Zeichen setzen, 5000 Unterschriften wurden zugunsten des KuBa gesammelt. „Heute leben wir in sehr guter Nachbarschaft zu den Anwohnern.” Schallschutz und Sicherheitsleute sorgen für Ruhe und Ordnung während der Veranstaltungen.

Als der KuBa 1996 seine Türen öffnete, war auch Cremer, damals 17 Jahre, mit von der Partie. „Das war was vollkommen Neues, etwas Vergleichbares gab es für Jugendliche in Jülich nicht.” Mittlerweile sei nicht nur die Jülicher Jugend die Zielgruppe des Vereins Kultur im Bahnhof, der sich aus dem Arbeitskreis der Anfangsjahre gegründet hat.

„Für die ganz Kleinen gibt es das Kino, Musicals und Theaterstücke”, zählt Cornel Cremer auf. Für Jugendliche zwischen 16 und 30 Jahren sei die Kneipe ein beliebter Treffpunkt. „Jeden Freitagabend spielt hier ein DJ, und mittlerweile kommen auch Studenten der FH, bei denen die Studentenpartys besonders gut ankommen.”

Aber auch erwachsenen Gästen bietet das Bahnhofsteam Kino-, Kabarett, Konzert- und Theaterabende sowie Lesungen an. „Oft ist das Publikum aber bunt gemischt.” Genau diese Atmosphäre wollte Cremer schaffen. „Alle sollten sich wohlfühlen, der KuBa sollte sich einem größeren Personenkreis öffnen und auch mal Veranstaltungen abseits des Mainstream anbieten.”

Möglich sei das seit Eröffnung der Einrichtung aber nur durch ehrenamtliches Engagement gewesen. „Ohne das Team läuft nämlich nix.” Und auch die Zusammenarbeit mit der Stadt lobt er. „Da mag ja auch einiges schief gehen, aber für den KuBa war die Stadt immer da.” Weil Kultur kaum Geld abwerfe, wird das Projekt finanziell in Sachen Energie und Personalkosten von der Stadt bezuschusst. „Hier im Haus ist aber ja nicht nur unser Verein”, erklärt Cornel Cremer.

Vor zwei Jahren gab es im Kulturbahnhof deshalb einen Tag der offenen Tür, um die übrigen Vereine - wie zum Beispiel das Frauen-Netzwerk, die Eisenbahn-Amateure oder die Rochusschützen - vorzustellen. „Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen ist wichtig, denn so können wir den KuBa noch bekannter machen.” Erst so sei es möglich gewesen, das Open-Air-Kino im Brückenkopf-Park zu reanimieren. Das Open-Air-Kino, sagt Cremer, sei auch eines der Highlights in seiner „KuBa-Karriere” gewesen und werde 2012 wieder stattfinden. „Der Auftritt von Tommy Engel von den Bläck Fööss war definitiv auch ein Highlight, das war ein sagenhaftes Konzert”, schwärmt er.

Auch an das zehnjährige Jubiläum erinnert er sich gerne zurück, als die Donots aufgetreten sind mit Jupiter Jones im Vorprogramm. „Wir hätten Jupiter Jones gerne wieder hierher geholt, aber mittlerweile sind die Jungs einfach zu teuer.” Auch eine andere Aktion ist er ebenfalls stolz: Für eine CD konnte er 34 Jülicher Bands gewinnen, die an zwei Tagen aufgetreten sind. „Bei einer 30.000-Einwohnerstadt ist das eine enorme Leistung.” Als nächstes Projekt hat sich der KuBa die Veröffentlichung eines Kulturmagazins vorgenommen.

Da sich das KuBa-Konzept in 15 Jahren bewährt hat, will Cornel Cremer daran festhalten.

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