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Paketaktion der Tafeln: „Zusammenhalt wird in der Krise sichtbar“

Paketaktion der Tafeln : „Zusammenhalt wird in der Krise sichtbar“

Der Tisch wird auch bei den Menschen zum Weihnachtsfest gut gedeckt sein, denen es derzeit finanziell eher nicht so gut geht.

Dafür sorgen die vielen ehrenamtlichen Helfer der im Kreis Heinsberg etablierten gemeinnützigen Hilfsorganisationen, die unter dem Begriff „Die Tafel“ auch in diesem Jahr wieder zum Weihnachtsfest eine Paketaktion gestartet haben, die in der Bevölkerung auf große Spendenbereitschaft gestoßen ist.

Pfarrer Sebastian Walde ist der Vorsitzende der Heinsberger Tafel, Markus Wöhlert der Geschäftsführer. Die Heinsberger Tafel hat über die ortsansässigen Geschäfte die Spendenpakete eingesammelt, und sowohl Sebastian Walde als auch Markus Wöhlert sind von der außerordentlichen Spendenbereitschaft der Bürger in diesem Jahr überrascht worden.

„Die Spendenbereitschaft ist wirklich bemerkenswert und berührend“, stellt Pfarrer Sebastian Walde fest. Eine Familie, der es gut gehe, habe in den vergangenen Jahren der Tafel immer 1000 Euro gespendet. Im Corona-Jahr stellte diese Familie 4000 Euro zur Verfügung. „Da wird doch der Zusammenhalt in der Krise sichtbar“, sagt Sebastian Walde. Diese Summe kommt, wie die übrigen Geldspenden, den Kunden der Tafel zu Gute.

Der Schirmherr der Weihnachtsaktion 2020 der Heinsberger Tafel, der Rotary Club Heinsberg, trug nicht nur mit einer Geldspende zum Gelingen der Aktion bei, sondern sicherte der Tafel gleichzeitig zu, eine mögliche Lücke zu schließen, falls es in diesem Jahr bei den Paketen eng werden sollte. Markus Wöhlert hatte festgestellt, dass die Discounter, die die Tafeln regelmäßig unterstützen, nicht mehr so viel Ware erübrigen wie gewohnt. Doch die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung konnte zumindest bei der Weihnachtsaktion dieses Minus mehr als wett machen.

Dieter Bischhaus, 2. Vorsitzender der Übach-Palenberger Tafel (l.), freute sich gemeinsam mit seinem Team über viele liebevoll gepackte Weihnachtspaketspenden. Foto: Dettmar Fischer

Pfarrer Sebastian Walde bittet alle Menschen, die gerade durch die aktuelle Krise in eine Notlage geraten sind, sich doch zu melden und nicht aus Scham zurückzustehen. „Es sind genügend Lebensmittel vorhanden, das Lager ist gut gefüllt“, stellt Walde fest. Die Ausgabe der individuell für die jeweiligen Empfänger gefüllten Tüten findet in Heinsberg am kommenden Freitag statt. Leider wird es wegen der Coronavirus-Maßnahmen keine Feier gegen. Mit den Tüten werden auch die Geschenke der Aktion „Strahlende Kinderaugen“ ausgegeben. Pfarrer Walde rechnet mit 1000 Kunden, die im Rahmen der Weihnachtsaktion der Heinsberger Tafel beschenkt werden. 2019 waren es 800 gewesen.

In Übach-Palenberg, Geilenkirchen und Gangelt ist die Übach-Palenberger Tafel mit Ausgabestellen vertreten. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten sich die Vorsitzende Roswitha Bischhaus-Trotnow und ihr Stellvertreter Dieter Bischhaus dafür entschieden, die Paketannahme nicht wie üblich in den Kirchen in Geilenkirchen und Gangelt sowie im CMC in Übach-Palenberg durchzuführen, sondern direkt in den Ausgabestellen der Tafel. Dort erfolgt am Donnerstag auch die Ausgabe der Pakete.

Wie schon in den Jahren zuvor fallen viele Pakete durch die liebevolle Gestaltung auf. Die Spender haben genau notiert, für wen sich der Inhalt des Paketes eignen würde. Auf einem hübsch in Weihnachtspapier eingeschlagenen Paket klebt ein Zettel mit der Aufschrift „Junger Mann – Größe M“. Einem anderen Paket ist ein handschriftlich verfasstes Büchlein beigelegt: „Mein persönliches Cocktailbuch“.

„Gleich fahren wir noch zu einer 85-jährigen Dame und holen dort ein Paket ab. Obwohl ihr Mann schwer krank ist, hat sie uns nicht vergessen“, erzählt Dieter Bischhaus. Der Lions Club Übach-Palenberg/Geilenkirchen hat der Übach-Palenberger Tafel 200 Tüten mit Süßigkeiten gespendet. „So einen Luxus hatten wir noch nie“, meint Dieter Bischhaus.

Da im vergangenen Jahr leider ein Einbruch bei den Spenden in Übach-Palenberg stattgefunden hatte und nur 87 Pakete gespendet worden waren (Geilenkirchen 113 Paketspenden, Gangelt 82), hatte man in diesem Jahr auch nur 90 Anmeldungen für Weihnachtspakete in Übach-Palenberg annehmen können. Es sah am Mittwoch aber ganz gut aus, dass dieses Ziel erreicht werden wird.