Wegberg-Beeck: Zum Jubiläum: Armbrust kehrt zurück ins Museum

Wegberg-Beeck: Zum Jubiläum: Armbrust kehrt zurück ins Museum

Die Feierlichkeiten gehen in die zweite Runde. Nach der prunkvollen Pfingstkirmes anlässlich des 550-jährigen Bestehens der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft in Beeck wurde jetzt die Ausstellung zum Jubiläum im Flachsmuseum eröffnet.

Brudermeister Herbert Fervers begrüßte zahlreiche Gäste, dankte dem „Gastgeber Flachsmuseum“ für die Räume und Heinz Schlömer für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Zusammenstellung der Ausstellung. Die offizielle Eröffnung übernahm Schirmherr Bundesschützenmeister Hans-Gerd Dewies: „Ich weiß gar nicht, wie man eine Ausstellung eröffnet“, meinte er schmunzelnd und fand doch sofort die richtigen Worte.

„Ich sage mal, ich eröffne hiermit die Ausstellung.“ Die Zeit, die er zur Vorbereitung der Ausstellung benötigt hat, misst Heinz Schlömer in „endlosen Nächten vor dem Computer über einen Zeitraum von drei Monaten“. Über 200 Bilder fanden den Weg in die Ausstellung, das Bildmaterial reicht über 100 Jahre zurück. Eine Aufstellung der Schützenkönige von 1698 bis heute wird mit über 70 Fotos der Schützenkönige der letzten 100 Jahre dokumentiert.

Schmucke Uniformen und festliche Roben der Königinnen belegen nicht nur Schützengeschichte, sondern auch den Wandel der Zeit. Komplettiert wird die Bilderschau durch Aufnahmen zu Themen wie Vogelschuss, Paraden, kirchlichem Bezug und Zeltvergnügen.

Das älteste Dokument stammt aus dem Jahre 1504 und ist lange gesucht worden. Noch zur Auflage des Jubiläumsbuches war man nicht fündig geworden. Schlömer ließ nicht locker, ging einem Hinweis nach und fand das Dokument im Stadtarchiv Wegberg. Es belegt, dass der Beitrag der Bruderschaftsmitglieder im 15. Jahrhundert, als die Bruderschaft zunächst rein kirchlich-sozialen Charakter hatte, in Naturalien gezahlt wurde, die an die Armen der Gemeinde weitergereicht wurden.

Selbstverständlich wartet das gesamte Königssilber auf Bewunderer. Historische Gewehre sind sicher in Glasvitrinen verwahrt und auch die originale Armbrust, mit der die Schützen schon vor hundert Jahren ihre Könige ermittelt haben, hat auf verschlungenen Pfaden ihren Weg zurück nach Beeck gefunden. Im Jubiläumsbuch steht sie noch auf der Vermisstenliste. Beim Lesen des Buches hat sich ein Tüschenbroicher an die Armbrust erinnert, die er seinerzeit aus dem Keller seines Großvaters geborgen hatte und das Original an die Beecker Schützen zurückgegeben.

Der Zufall muss Bruderschaftsmitglied sein. Und vielleicht eilt er den Beecker Schützen noch einmal zu Hilfe. Schmerzlich vermisst wird nämlich auch eine Plakette vom Bundesschießen 1966 der Schießabteilung. Anlässlich einer Schützenausstellung im Kreismuseum Heinsberg ist sie abhanden gekommen und kann auch gerne nach Beeck zurückkehren.Eine faszinierende Ausstellung, die in die Welt der Bruderschaft entführt, die ernsten und heiteren Seiten des Brauchtums beleuchtet.

Besucher sind an den ersten drei Juli-Samstagen (7. bis 21. Juli) jeweils von 11 bis 18 Uhr und am Samstag, 20. Juli von 14 bis 18 Uhr herzlich eingeladen. Sonntags werden die Gäste zudem mit Kaffee und Kuchen verwöhnt.