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Zirkus Pepperoni begeistert mit Vorstellung in Hückelhoven

Zirkus Pepperoni in Hückelhoven : Herzblut, Artistik und eine Luftnummer

Die große Gala des 8. Hückelhovener Zirkusfestivals vom Circus Pepperoni lockt viele Besucher in das Zirkuszelt des Circus Jonny Cassely auf dem Hartlepooler Platz in Hückelhoven. Unter tosendem Applaus verließen die Akrobaten die Manege.

Anna, Linéa, Lilli und Christina sind Zirkusartisten des Zirkus Pepperoni. Nervös sind sie nur vor der ersten Nummer. Und so hatten sie Glück bei der großen Gala des 8. Hückelhovener Zirkusfestivals für Schülerinnen und Schüler, die ihr Circus Pepperoni im Zirkuszelt des Circus Jonny Cassely auf dem Hartlepooler Platz in Hückelhoven vor ausverkauftem Haus veranstaltete, gleich als erste an der Reihe zu sein.

Ganz oben unter dem Zirkusdach drehten die vier Mädels ihre Runden als Überraschungsnummer zum Einstieg in einen tollen Zirkusabend mit vielen unvergesslichen Höhepunkten.

Der Profi-Artist Alfons vom Circus Jonny Cassely hatte sich bereit erklärt, die Gala mit einer Trapeznummer zu eröffnen – und da er dies nicht allein tun wollte, hatten Anna, Linéa, Lilli und Christina sich ihm zur Seite gesellt. Nur zwei kurze Proben hatten genügt, um das fünfköpfige Artistenteam zu einer Einheit werden zu lassen. Die 12-jährige Anna ist seit zwei Jahren Artistin und macht Boden- und Luftnummern. Als Alfons mit der rechten Hand am Trapez seine Runden hoch unter der Zirkuskuppel über den Köpfen der Zuschauer drehte, hing Anna am linken Arm des Artisten und sah ziemlich glücklich aus.

„Natürlich kann man sich verletzen“, sagte Anna nach dieser Nummer, „muss man aber nicht.“ Und auf die Feststellung, dass sie ja wohl schon richtig gut sein müssten, um so schnell diese Luftnummer zu erlernen, sagten die jungen Damen lieber nichts, lächelten aber zustimmend.

Richtig gut waren all die jungen Artisten, die von nah und fern zum Hückelhovener Zirkusfestival angereist waren. Der Lintsin Sirkus hatte die weiteste Anreise hinter sich. Die jungen Damen waren aus Helsinki gekommen, um beim Zirkusfestival eine wunderbare Mischung aus Tanzperformance und Akrobatik zu präsentieren. Ganz langsam bewegten sie sich im Manegenrund zur Musik, ließen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen und bauten dann aus ihren Körpern abstrakte Figuren auf. Der Lintsin Sirkus hatte die Aufmerksamkeit der Jury, die sich aus Zirkusprofis zusammensetzte, auf sich gezogen.

Unter den elf Zirkusteams, die zum dreitägigen Festival aus Finnland, den Niederlanden und ganz Deutschland angereist waren, hatte die Jury die Teilnehmer der großen Abschluss-Gala ausgewählt. Neben dem Galaauftritt gab es auch schöne Preise rund um den Zirkus wie Workshopteilnahmen und Eintrittskarten zu gewinnen.

Bianca Schiff, Lehrerin am städtischen Gymnasium Hückelhoven, dessen Zirkus-AG Pepperoni die Basis des Festivals ist, ist der gute Geist, der mit viel Herzblut und vielen Helfern und Sponsoren dieses außergewöhnliche Festival möglich macht. Die freundschaftlichen Kontakte zwischen den Artisten bestimmen auch die Atmosphäre bei der festlichen Gala. Ein fröhliches Miteinander gepaart mit dem Willen der Künstler eine tolle Show abzuliefern, lassen eine Stimmung beim Galaabend entstehen, die die Zuschauer ansteckt.

Wenn die Eingeweihten, die das Festival über drei Tage begleitet hatten, vor der nächsten Nummer, die von den Moderatoren Michele Schophoven und Max Heppener gerade angesagt wurde, lautstark „Jeffrey, Jeffrey, Jeffrey“ brüllten, so dass das Jugendorchester Horst, das erstmalig die Gala musikalisch sehr stimmungsvoll begleitete, einen Zahn zulegen musste, dann wussten die Zuschauer, dass jetzt wohl was Besonderes kommen musste. Jeffrey vom Zirkus Globulini riss dann auch mit seiner Feuerpoi-Nummer die Galabesucher von den Stühlen.

Im abgedunkelten Zelt ließ Jeffrey zwei brennende Behälter temperamentvoll in unglaublichen Bewegungen kreisen. Sehr stimmungsvoll in geheimnisvolles blaues Licht getaucht gestaltete sich die Tuchakrobatik „Avatar“ des Zirkus Krümel. Die fünfköpfige Gruppe aus drei Mädels an den Tüchern und zwei mit Leuchtkugeln jonglierenden Jungs fand wie alle Zirkusnummern an diesem Abend den begeisterten Applaus des Publikums.

Lukas vom Zircus Pepperoni gehört schon zu den Semi-Profis im Pepperoni-Team. Mit seiner bei der Gala präsentierten Diabolonummer tritt er auch in professionellen Zirkusveranstaltungen auf. Als er vor acht Jahren begonnen habe, sagt Lukas, sei er vor jedem Auftritt sehr nervös gewesen. „Das hat sich gewandelt, heute ist jeder Auftritt pure Lust. Das ist sehr schön.“

Anna und Linéa vom Circus Pepperoni hatten nach der Auftaktnummer noch eine tolle Tuchnummer, die sie an einem roten Tuch hoch in den Manegenhimmel steigen ließ. Bianca Schiff ließen ihre Zirkuskollegen mit einer eigenen Nummer, an der auch ihr Mann Uli teilnehmen durfte, hochleben.

Die Kollegen hatten ein Candlelight Dinner in der Manege inszeniert, ganz romantisch und mit ganz viel applaudierendem Publikum.