Heinsberg-Waldenrath: Wunderbarer Hörgenuss mit Organist Dr. Thomas Herfs

Heinsberg-Waldenrath : Wunderbarer Hörgenuss mit Organist Dr. Thomas Herfs

Seit nunmehr fünfzehn Jahren erfüllen die Klänge der wunderschönen Scholz-Orgel das weite Kirchenschiff von St. Nikolaus Waldenrath. In der Konzertreihe der „Limburger Orgel Konzerte“ fand jetzt ein Orgelkonzert statt, bei dem das besondere Instrument im Mittelpunkt stand.

Ganz klassisch erklangen ausgewählte deutsche, französische und englische Kompositionen, die zu Beginn von Organist und Solist Dr. Thomas Herfs durch kurze Erläuterungen den zahlreichen Besuchern nähergebracht wurden. Die Scholz-Orgel ist auf Grund ihrer klanglichen und technischen Eigenschaften geradezu prädestiniert für die Darstellung bestimmter Orgelmusik, wie zum Beispiel für die Musik der Romantik.

Einfallsreiche Registrierkunst

Thomas Herfs überzeugte nicht nur durch seine exzellente Spieltechnik, sondern auch durch seine einfallsreiche Registrierkunst. So entlockte er der „Königin der Instrumente“ exquisite Klänge ganz besonders im leisen Bereich. Durch Manualwechsel zwischen dem Hauptwerk und dem Brustwerk sorgte er für eine eindrucksvolle Dynamik.

Das Euregio-Konzert begann mit der Choral-Improvisation „Nun danket alle Gott“ von Sigfrid Karg-Elert, einem deutschen Komponisten, der 1877 im schwäbischen Oberndorf geboren wurde und bis 1933 in Leipzig lebte.

Bei Andre Knevel‘s Rondo in G-Dur wechselten sich voller Zungenklang mit weichen filigranen flötigen Klängen ab, im Gegensatz dazu Josef Rheinbergers melodiöse Cantilene in F-Dur, ein sanft dahinwehendes Melodienband, das einen Augenblick des intensiven Erlebens herbeizauberte. Als das gewaltige, wuchtige Präludium D-Dur von Frank Schmidt erklang, bot sich dem Organisten erneut die Gelegenheit, die ganze Komplexität und Klangvielfalt dieser Komposition auszuspielen.

Eine mustergültige Interpretation englischer Orgelkunst erklang tänzerisch mit David Johnsons Trumpet Tune, ruhige Töne, entspannende Orgelklänge bei der Musik von Theodore Dubois.

Herfs streichelte die Scholz-Orgel. Mit viel Gefühl und Einfühlungsvermögen hielt er die Spannungsbögen aufrecht, Künstler und Instrument schienen zu verschmelzen.

Was eine Orgel im Konzert zu leisten vermag, zeigte sich bei der Musik des französischen Komponisten Eugene Gigout. Das anspruchsvolle Werk „Grand Choer Dialogue“ mit seinen Tempo- und Registrierwechseln und mit seinen virtuosen Läufen wurde bravourös interpretiert. Mit größter Transparenz registriert wurde musikalisch aus Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ der Schwan dargestellt, bei der „Toccata in Seven“ von John Rutter ließ Thomas Herfs im Kontrast zur französischen Romantik die helleren und strahlenden Klangfarben der Mixturen besonders zur Geltung kommen.

Lebhafte Motorik

Zum krönenden Abschluss erklang dann in St. Nikolaus Orgelmusik mit viel Ausdruck. Henri Mulet mehrsätziges Werk begann hell und leise und steigerte sich zusehends durch passende Einschübe, lebhafte Motorik und durch zunehmende Melodie im Bass, bis zu einem fulminanten effektvollen Schluss. Da kamen dann wahre Beifallsstürme auf, bis hin zu stehenden Ovationen.

Thomas Herfs, Organist und Pianist, wohnt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte Finanzierung und Betriebswirtschaftslehre in Köln. Schon in frühen Jahren widmet er sich intensiv der Klavier- und Orgelmusik. Herfs ist mehrfacher Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. In seinen zahlreichen Konzerten tritt er als Solist an der Orgel sowie als Begleiter von Chören und Instrumentalisten auf.

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