Windkraftzone im Wald Birgelen landet vor Oberverwaltungsgericht

Birgelener Wald : Windkraftzone landet vor Oberverwaltungsgericht

Die Windkraftzone im Birgelener Wald landet vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Die Sprecherin des Gerichts, Dr. Gudrun Dahme, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung, dass eine Normenkontrollklage gegen den Flächennutzungsplan, in dem die Windenergiezone ausgewiesen wird, beim Gericht eingegangen ist.

Wann der Fall in Münster verhandelt wird, sei noch offen. Einen Termin für eine mündliche Verhandlung gebe es noch nicht, sagte Dahme.

Offensichtlich kommen die vier Kläger aus den Reihen der Bürgerinitiative „Rettet den Birgelener Urwald“. Die Initiative hatte mehrfach gegen die Konzentrationszone für Windenergie und die dort geplanten Anlagen mobil gemacht. Bislang jedoch ohne Erfolg. Die Änderung des Flächennutzungsplanes wurde vom Wassenberger Rat mit deutlicher Mehrheit beschlossen und von der Bezirksregierung Köln genehmigt.

Die Kläger werfen der Stadt unter anderem vor, „Fehler bei der Berechnung der möglichen Flächen für Windenergie“ gemacht zu haben. Dabei führen sie etwa das Kinderdorf St. Josef in Dalheim-Rödgen an. Das Kinderheim werde als „Sonderbaufläche“, also wie eine Freizeiteinrichtung oder ein Campingplatz behandelt, so die Bürgerinitiative. Deshalb sei ein geringerer Abstand nötig als zur Wohnbebauung. „Es müsste das Gegenteil gelten. Sollte man nicht sogar einen noch größeren Abstand zum Schutz der Kinder beschließen?“, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative.

Am Mittwoch teilte die Bürgerinitiative ebenso mit, dass der Projektplaner der Anlagen im Birgelener Wald beim Kreis Heinsberg nun vier Windräder beantragt habe, die eine Gesamthöhe von 240 Metern haben. Bisher war immer von Anlagen mit einer Höhe von knapp 200 Metern die Rede gewesen. Ulrich Hollwitz, Pressesprecher des Kreises Heinsberg, konnte diese Information am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren. Richtig sei, dass vier Anlagen beantragt worden sind. Aktuell werde jedoch noch geprüft, ob die Anträge den formellen Voraussetzung genügen. Eine inhaltliche Prüfung schließe sich an.

Die Stadt Wassenberg hatte stets betont, diese Konzentrationszone mit „Ausschlusswirkung“ eingerichtet zu haben, um einen Wildwuchs bzw. eine Verspargelung der Landschaft zu verhindern. Ohne Konzentrationszone könnten Windräder unter bestimmten Voraussetzungen überall im Stadtgebiet gebaut werden, so die Argumentation der Stadt Wassenberg.

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