Wilfried Louis seit 40 Jahren im Heinsberger Rat

Seltenes Jubiäum : Wilfried Louis seit 40 Jahren im Heinsberger Rat

Bürgermeister Wolfgang Dieder würdigt im Rat die politischen Verdienste des ehemaligen CDU-Fraktionschefs, der sichtlich gerührt ist und sich in einer kleinen Rede bedankt.

„Als ich mit 29 Jahren in den Rat gewählt wurde, als einer der Jüngsten, hätte ich nie gedacht, dass ich nach 40 Jahren immer noch hier sitze.“ Im Kreis Heinsberg kennt Wilfried Louis jedenfalls keinen Kommunalpolitiker, der schon so lange als Mandatsträger in einem Kommunalparlament Politik macht. Auch Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder ist da tief beeindruckt von seinem CDU-Parteifreund. „Deine Erfahrung war stets unverzichtbar für die Fraktion. Es ist eine gewaltige Leistung“, sagt er, nachdem er die vielen Stationen aufgezählt hat, die Louis im Laufe der vier Jahrzehnte durchlaufen und mit Leben erfüllt hat.

1975 sei er in die CDU eingetreten, sagt Louis später im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon durch seine stattliche Statur war er nicht nur in den Reihen seiner Partei wohl nicht zu übersehen. Dabei sei es gar nicht einmal sein Ziel gewesen, in den Rat gewählt zu werden, erinnert sich der ehemalige Realschullehrer. Sein Engagement für seinen Heimatort Schafhausen hat ihm da offenbar den Weg geebnet. „Ich konnte viele Leute wahrscheinlich auch dadurch überzeugen, dass ich ihnen in vielen Belangen geholfen habe“, glaubt Louis.

Letztlich habe er in all den Jahren ja auch so Einiges für den Ort bewegen können. So falle in seine Amtszeit zum Beispiel das 1979 größte Neubaugebiet der Stadt, das mit 130 Wohneinheiten in Schafhausen erschlossen worden sei, die komplette Kanalisierung des Ortes, die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle, der Bau eines neuen Schießheimes, ein Sportheim für die Fußballer, ein zweiter Sportplatz, ja selbst für eine neue Leichenhalle hat er mit gesorgt. Im Hinblick auf die gesamte Stadt ist er auch stolz auf die erreichte Neugestaltung des Lago Laprellos zum Naherholungsgebiet und die Umgestaltung des Kirch- und Burgberges. Alles Dinge, an denen er mitwirken konnte und die in der Bevölkerung gut angenommen worden seien.

„Ich bin vor allem stolz darauf, dass ich es geschafft habe, als Fraktionsvorsitzender 22 Jahre lang eine so große Fraktion mit so vielen unterschiedlichen Charakteren zusammen zu halten“, meint der 69-Jährige, der sich im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl für den Rat stellen will.

Eine Angelegenheit beschäftigt ihn allerdings immer noch. „Hier spielt der Sport, vor allem der Fußball eine große Rolle“, sagt Louis. „Leider ist es mir nicht gelungen, in Schafhausen einen Kunstrasenplatz zu etablieren. Es kann nicht sein, dass ein Verein, der in der Landesliga spielt, im Winter keinen Platz zum Trainieren hat.“ Louis selbst spielt seit seiner Pensionierung vor acht Jahren nun lieber Golf, Handicap 30. „Die Bälle wurden immer kleiner“, scherzt der Vater von drei Kindern verschmitzt.

(her)
Mehr von Aachener Nachrichten