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Fußgänger springen zur Seite: Wilde Verfolgungsfahrt durch Erkelenz

Fußgänger springen zur Seite : Wilde Verfolgungsfahrt durch Erkelenz

Szenen wie aus einem Actionfilm: Ein Autofahrer liefert sich in und um Erkelenz eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei. Er fährt im Gegenverkehr, über rote Ampeln und auf dem Gehweg – Menschen springen zur Seite.

Gegen 12 Uhr fiel Beamten auf ihrer Streifenfahrt am Kreisverkehr Adam-Opel-Straße/Paul Rütchen-Straße in Erkelenz ein nicht angeschnallter Autofahrer auf, berichtet die Polizei. Als sie ihn anhalten wollten, flüchtete der Fahrer demnach mit hoher Geschwindigkeit – der Anfang einer langen Verfolgungsfahrt.

Die Polizisten verfolgten den mit zwei Menschen besetzten Wagen zunächst durch die Straßen Neumühle, Aachener Straße, Am Hagelkreuz, Tenholter Straße, Goswinstraße in Richtung Kölner Straße, wo der Fahrer die Stadt in Richtung Kückhoven verließ.

Dabei habe der Mercedes-Fahrer mehrere rote Ampeln missachtet und sei teilweise auf dem Gehweg gefahren. Verkehrsteilnehmer hätten stark bremsen müssen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Die Beamten berichteten außerdem von Fußgängern, die ausweichen mussten.

An der Einmündung Am Hagelkreuz/Am Hufeisen etwa musste eine Paketbotin der Deutschen Post zur Seite springen, um nicht von dem Fahrzeug erfasst zu werden, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Der Mercedes mit Aachener Kennzeichen fuhr an der Ampelanlage Kölner Straße/Alfred-Wirth-Straße, die ebenfalls Rotlicht zeigte, durch den Gegenverkehr und weiter in Richtung Kückhoven, wo er rechts in Richtung Katzem abbog. Im Ort verloren die Polizisten den Wagen schließlich kurzzeitig aus den Augen – fanden ihn aber schnell wieder, festgefahren auf einem angrenzenden Feldweg in Richtung Kückhoven.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Insassen das Fahrzeug bereits verlassen. Die Fußgänger konnten jedoch schnell auf einem Feldweg angetroffen und in Gewahrsam genommen werden.

Bei der Überprüfung des Fahrers stellten die Beamten fest, dass er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Außerdem stand er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Daher wurde er zur Wache gebracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen und Anzeige erstattet wurde.

Da das Kennzeichen nicht für den Wagen ausgegeben worden war, bestand der Verdacht der Urkundenfälschung. Der Mercedes und das Kennzeichen wurden daraufhin sichergestellt.

Inwieweit der Beifahrer sich ebenfalls strafbar gemacht hat, ist Teil der gegenwärtigen Ermittlungen.

(red/pol)