Teilnehmer zeigen „Mut zum Gefühl“ : Wie schreibt man den perfekten Song?

Teilnehmer zeigen „Mut zum Gefühl“ : Wie schreibt man den perfekten Song?

„Mut zum Gefühl“ zeigten die neun Teilnehmer des ersten Workshops für Songwriting, zu dem die Kreismusikschule eingeladen hatte. Und „Mut zum Gefühl“ heißt auch das Lied, das sie in zwei Tagen gemeinsam komponiert und arrangiert haben.

Gecoacht wurden sie dabei von Urban Elsässer und seiner Ko-Referentin Yen Hwei Bella Anetzberger. Gemeinsam halfen sie den Teilnehmern dabei, ihre Ideen zu kanalisieren und in dieser Rekordzeit ein Lied zu schreiben, das sich hören lassen kann. Davon überzeugte sich auch Gerda Mercks am Ende des Workshops. Die Leiterin der Kreismusikschule hat mit dem Angebot Neuland betreten. „Der Workshop war ein Erfolg“, sagte sie anerkennend, nachdem die letzten Töne des Liedes verklungen waren, das man so durchaus auch im Radio hören könnte. Gefällig, positiv und mit „Mitwipp-Faktor“.

Am ersten Tag ging es um Harmonien und den Aufbau von Liedern, erläutert Elsässer. Der Psychologe unterrichtet E-Gitarre an der Kreismusikschule und ist Dozent an der Pop-Akademie Mannheim. Wichtig war, dass man nicht zwingend Gesangs- oder Instrumentenkenntnisse mitbringen musste, um beim Workshop dabei zu sein. Musikalität stecke in jedem Menschen, betonte er. Das Angebot richtete sich vornehmlich an die Generation „50 plus“, denn die habe eine Menge zu erzählen.

Experiment gelungen

Dem Gelingen des Workshops, der für die Musikschule ein Experiment war, trug vor allem die Tatsache bei, dass Ulrike Boisten einen fertigen Text aus der Tasche zog. Den hatte sie vor rund zehn Jahren geschrieben und dann in der Schublade liegenlasse, bis sie in der Zeitung von dem Workshop las. Die Basis war vorhanden, dann ging es an die Melodie und schließlich darum, beides zusammenzuführen. „Wir haben am Text noch geschliffen und gearbeitet, bis es gepasst hat“, sagte Wolfgang Tischtau. Er hatte seine musikalischen Erfahrungen in der Bergkapelle Sophia-Jacoba gesammelt und seine Gitarre dabei. Angelika Kaminski wollte „der Entstehung von Lieder auf den Grund gehen“, wie sie sagt.

Ihre Gesangserfahrungen hat sie in zwei Kirchenchören gesammelt. „Ich habe mich am meisten auf die Herausforderung gefreut, etwas entstehen zu lassen“, erklärte sie. Denn ein Lied zu komponieren und reif für die Bühne zu machen ist etwas anderes, als ein fertiges Lied einzustudieren. Mit der Gesangstrainerin Anetzberger arbeiteten die Teilnehmer am Ausdruck und dem Vortrag des Textes.

Rot auf weiß: Der fertige Song „Mut zum Gefühl“. Foto: Wichlatz

Als eingespieltes Team präsentierten sich Marianne und Hans-Joachim Neufer. Sie hatten nicht nur eine professionelle Orgel zu bieten sondern auch rund 30 Jahre gemeinsamer Bühnenerfahrung auf Hochzeiten und Festen. Auch für sie war die Zusammenarbeit mit der bunten Truppe eine neue Erfahrung, die sie gerne fortsetzen würden.

„Ich hoffe, dass der Workshop weitergeht“, sagte Marianne Neufer. Eine Hoffnung, die sie mit den anderen Teilnehmern teilt. Gemeinsam wollen sie es noch perfekter abmischen und vielleicht noch weitere kreative Songideen umsetzen. „Lieder brauchen eine Seele“, sagt Texterin Ulrike Boisten. Sie selbst sei erstaunt gewesen, was aus ihren zehn Jahre alten Zeilen entstanden sei.

Vorstellbar wäre auch ein öffentlicher Auftritt, um das Lied auch vor Publikum zu präsentieren. Bis dahin hat sich vielleicht auch ein Schlagzeuger gefunden, der in der Band mitmache will.

Ob und wann der Workshop weitergeht, verrät Gerda Mercks von der Kreismusikschule gerne auf Anfrage unter Telefon 02431/50 67.