Bier- und Bratwurstfestival: Wie kommt der Kürbis in die Heinsberger Wurst?

Bier- und Bratwurstfestival : Wie kommt der Kürbis in die Heinsberger Wurst?

Man nehme zerkleinertes Fleisch vom limburgischen Klosterschwein und vom Kalb, fein geraspelten Kürbis, dazu die passende Gewürzmischung und fertig ist sie, die erste Heinsberger Kürbiswurst.

Beim diesjährigen Bier- und Bratwurstfestival, das am Freitagabend auf dem Heinsberger Marktplatz beginnt, feiert sie quasi Weltpremiere, noch bevor sie demnächst beim Oberbrucher Online-Fleischhändler Otto Gourmet und beim Heinsberger Männermetzger in den Verkauf geht.

Die Idee zu dieser neuen und ganz besonders anmutenden Kreation hatte Metzgermeister Markus Lackmann. Wohl so 20 Jahre müsse es her sein, da habe er sich privat zu Hause schon einmal an einer Kürbiswurst versucht, verrät er. Für das diesjährige Festival hat er sich dann mit seinem Kollegen Marcel Kochs zusammen noch mal richtig ins Zeug gelegt. „Wir sind hier halt keine Fabrik, sondern wirklich noch eine Manufaktur. Das macht große Lust, Neues zu kreieren“, stimmt ihm Koch zu.

Vor drei Wochen machten sich die beiden dann ans Werk, schälten die ersten Kürbisse und raspelten sie klein wie Möhrenstifte. Aus den genannten Zutaten schufen sie kleine Frikadellen für ihre Tests. Es folgte eine Verkostung mit drei Varianten. Am Ende fiel die Wahl auf eine Wurst mit ganz feinem Brät. Was an Gewürzen drin ist, die diese Kreation einzigartig machen, verraten die beiden nicht, nur so viel: 15 unterschiedliche Gewürze sind es. „Ein bisschen Chili ist dabei“, lässt dann aber doch Bernd Randerath, der stellvertretende Betriebsleiter, verlauten. „Um der Süße vom Kürbis ein bisschen Schärfe entgegenzusetzen“, ergänzt Koch.

Bernd Randerath, Markus Lackmann und Marcel Kochs (v. li.) haben eigens für das Festival eine neue Kürbiswurst kreiert. Foto: anna

Kürbiswurst in Serie

Am Dienstag nun gingen die beiden Metzgermeister mit ihrer Kürbiswurst in Serie, vermischten Fleisch und Gewürze zunächst im Kutter, fügten dann in der Mengmulde von Hand den Kürbis hinzu und füllten den fertigen Brät mit Hilfe der Vakuum-Füllmaschine in Schafdärme. Bevor sie nun am Wochenende auf den Grill kommen, werden sie noch für eine halbe Stunde in rund 75 Grad Celsius heißem Wasser gebrüht. Und was passt für den Festivalbesucher am besten obendrauf, Ketchup oder Senf? „Pur genießen!“, lautet Randeraths Tipp.

Die wurst ging in der Manufaktur von Otto Gourmet in Oberbruch am Dienstag in die Serienproduktion. Foto: anna

Das kann man erstmals am Freitag, 5. Oktober, wenn das Bier- und Bratwurstfestival des Gewerbe- und Verkehrsvereins (G&V) um 18 Uhr offiziell eröffnet wird, im Beisein von Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Heinsberg. Er hat nach der Premiere im vergangenen Jahr erneut die Schirmherrschaft übernommen. Danach präsentieren nicht nur die Gebrüder Otto aus Oberbruch und Karl-Heinz Esser aus Lövenich ihre Bratwurst-Spezialitäten. Auch drei Brauereien aus Gangelt, Hilfarth und Wassenberg sind mit von der Partie. Wer‘s mag, für den hält dann Marktmeister Ralph Cleef dazu auch ein Kölsch, ein Glas Wein oder gar einen Cocktail bereit.

Auch in der zweiten Auflage des Festivals werde man dem Marktplatz wieder die Atmosphäre eines großen, landwirtschaftlichen Hofs geben, sagt Cleef. „Wir haben alles noch ein bisschen verfeinert“, verspricht er eine herbstliche Atmosphäre. Dazu tragen dann auch die Schlepperfreunde Kirchhoven bei, die am Sonntag, 8. Oktober, nach der Messe, die um 11 Uhr beginnt, vom Kirchberg auf den Markt fahren werden, wo Pfarrer René Mertens Menschen und Maschinenpark segnet.

Die Schlepperfreunde Kirchhoven beteiligen sich am Sonntag am Festival. Sie fahren im Korso durch die Stadt und stellen ihre Fahrzeuge anschließend in der Apfelstraße aus.

Schlepperfreunde mit Gefährten

Danach sind die Schlepperfreunde mit ihren Gefährten auf der Apfelstraße zu bewundern. Die kleinen Besucher werden die Esel von Sepp Gschwendtner an der Stiftsstraße erfreuen, ebenso das Karussell auf dem Marktplatz oder die Gelegenheit, auf der Hochstraße einen eigenen Kürbis zu bemalen. Nicht zu vergessen die Ausstellung der Hobbykünstler am Samstag und Sonntag in der Stadthalle und der verkaufsoffene Sonntag mit Straßenhändlern, der das Festival begleitet.

Für musikalische Unterhaltung hat der G&V natürlich ebenfalls gesorgt. Nach der Eröffnung am Freitag spielt ab 19 Uhr bei freiem Eintritt die Band „Supernatural plays Santana“ mit dem Heinsberger Rolf Thebrath. Am Samstag öffnet das Festival um 16 Uhr. Um 19 Uhr steht auf dem Bühnenprogramm die von Ludwig Florack gegründete Band „Next Step“. Ihr Schlagzeuger, Manfred Langen, spielt auch in der zweiten Band des Abends: „SamZen“ aus Erkelenz, die im vergangenen Jahr beim renommierten Deutschen Rock- und Pop-Preis in der Kategorie „Bester Rocksong“ auf Platz zwei kam.

Am Sonntag laden ab 11 Uhr die Rodebachtaler Musikanten zum Frühschoppen ein. Ab 15 Uhr präsentiert Metzgermeister Karl-Heinz Esser auf der Bühne ein Programm unter dem Motto „Bier und Bratwurst — Leckeres aus der Region“. „Es wird für die Gäste schmackhaft werden“, lautet sein Versprechen.

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