Wichtige Unterstützung für das Frauenhaus im Kreis Heinsberg

Frauenhaus : Schnell auf die eigenen Beine kommen

Das Frauenhaus in Erkelenz wird seit 25 Jahren vom Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) betrieben und ist die einzige Einrichtung dieser Art im Kreis Heinsberg. Dort finden Frauen Zuflucht, die vor häuslicher Gewalt fliehen mussten.

„Das Angebot ist begrenzt“, räumt die Leiterin Silvia Lenzen ein. „Acht Frauen und in Spitzenzeiten 16 Kinder leben dort.“ Das sei angesichts der Einwohnerzahl im Kreis Heinsberg weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal die durchschnittliche Verweildauer rund ein halbes Jahr beträgt.

Denn die Wohnungssuche gestaltet sich für die Frauen schwierig. „Alleinerziehende Mütter, die von staatlicher Unterstützung leben, sind nicht die beliebtesten Mieter“, sagt die Expertin. Trotzdem wollten die Frauen so schnell wie möglich wieder auf eigenen Beinen stehen und ihr Leben in den Griff bekommen.

„Häusliche Gewalt gegen Frauen zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten“, weiß Lenzen. Oftmals liegt hinter den Frauen ein langer Leidensweg, wenn sie im Frauenhaus ankommen. Und wenn sie dort ankommen, haben sie auch noch Glück gehabt. Denn in ganz Nordrhein-Westfalen gibt es gerade einmal 64 Frauenhäuser mit rund 600 Plätzen. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen leben knapp 18 Millionen Menschen. „Es gibt Wartelisten und ein NRW-weites Ampelsystem, das bei der Platzsuche helfen soll“, erläutert sie.

Dies erschwert die Situation der Bewohnerinnen, sagt Silvia Lenzen. Umso mehr freuten sich Lenzen und die SKFM-Geschäftsführerin Karoline Steffens über eine Finanzspritze in Höhe von 5000 Euro für das Frauenhaus. Die Initiative zur Unterstützung kam vom Netzwerk Grenzlandring, einem Empfehlungsnetzwerk lokaler und regionaler Unternehmer. „Das Frauenhaus verdient unsere Unterstützung“, erklärt die Vorsitzende Stefanie Forg-Wehe. Ihre Hilfe in Höhe von 2500 Euro für das Frauenhaus stockte die Stiftung „It´s for Kids“ noch einmal um dieselbe Summe auf.

v.l.: Silvia Lenzen (SKFM), Ulrich Bohnen (It´s for Kids), Gerda Ezilius (Netzwerk), Karoline Steffens (SKFM), Stefanie Forg-Wehe, Angelika Ruhmkorff, Ralf Battige (Netzwerk). Foto: Helmut Wichlatz

Die Kreativ-Spendenstiftung sammelt kein Geld, wie Kurator Ulrich Bohnen erläutert. Vielmehr werden auf den ersten Blick unbrauchbare Dinge wie alte Mobiltelefone oder Haarzöpfe gesammelt und zur Weiterverwertung verkauft. Rund 100 Millionen der alten Handys liegen in den Schubladen und warten darauf, wiederverwertet zu werden, betont Bohnen. Aus den Zöpfen werden Echthaarperücken hergestellt.

Beim Frauenhaus freut man sich über die wichtige Unterstützung, die gezielt für die Kinder eingesetzt werden soll, wie Lenzen erklärt. Zunächst werden acht Fahrräder in verschiedenen Größen angeschafft, damit die Kinder vor Ort auch mobil sind. Jeweils einen Helm gab es von Uwe Schmidt kostenlos dazu. Darüber hinaus sollen die Kinder mit ihren Müttern einen Tagesausflug ins Phantasialand nach Brühl unternehmen.

Mehr von Aachener Nachrichten