Westzipfel-Region: Projekt "Mein Stück Glück"

Wettbewerb : Projekt „Mein Stück Glück“ in der Westzipfel-Region

Den Wettbewerb zur Suche nach Geheimtipps gab es bislang in Wassenberg. Nun sind auch Heinsberg, Selfkant, Gangelt und Waldfeucht dabei.

Nach der Stadt Wassenberg macht sich jetzt auch die Westzipfel-Region, zu der die Stadt Heinsberg sowie die Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht gehören, im Rahmen eines Wettbewerbs auf die Suche nach ihren Glücksplätzen. Bei der Aktion unter dem Motto „Mein Stück Glück“ handelt es sich um das erste Projekt im Rahmen der Förderung aus dem Programm „Vital.NRW“, die der Region noch bis zum Jahr 2022 zugutekommt.

Neue Plätze kennenlernen

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder und Stadtplaner Andreas van Vliet, Mitglieder der Lenkungsgruppe in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Westzipfel-Region, begrüßten zum Start des Projekts im Bootshaus am Heinsberger Lago Laprello neben den Bürgermeistern Bernhard Tholen aus Gangelt, Herbert Corsten aus Selfkant und Heinz-Josef Schrammen aus Waldfeucht vor allem Gabriele Deyerling-Seidel aus Höngen. Sie stammt aus Franken und war bis zu ihrer Pensionierung Lehrerin an der Realschule in Gangelt. Seit 2014 ist sie für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied des Rates der Gemeinde Selfkant. Gabriele Deyerling-Seidel hat das Projekt nicht nur vorgeschlagen, sondern übernimmt auch ehrenamtlich die Leitung. „Ich hoffe, es wird vielen Menschen helfen, neue Glücksplätze in unserer Westzipfel-Region zu entdecken“, erklärte sie.

Wer nun in der Westzipfel-Region seinen ganz persönlichen Glücksplatz hat und diesen gerne mit seinen Mitmenschen teilen möchte, kann ihn noch bis zum 30. November im Wettbewerb einreichen. Anders als in Wassenberg suche man in der Westzipfel-Region allerdings nicht nach den sowieso bekannten touristischen und eh schon stark frequentierten Orten, sondern eher nach den Geheimtipps, nach den kleinen, ruhigen Plätzen. „Wo man sich einfach an dem erfreut, was da ist“, so die Initiatorin. Bei ihrer Einsendung sollten die Menschen beschreiben, warum sie gerade dieser Platz so glücklich macht. „Wir hoffen so, für Einheimische und Besucher neue Plätze kennenzulernen.“

Zusammenhalt steigern

Tholen zeigte sich glücklich, dass es ein Jahr nach der Bewerbung nun endlich dieses erste Projekt für die Westzipfel-Region gibt. Er verbinde damit die Hoffnung, dass die Bürger die Region damit besser kennenlernen und vielleicht auch weitere Akteure für den Prozess gewonnen werden können. Auch Dieder ist sich sicher, dass sich mithilfe dieses Projekts das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region noch steigern lässt. Das Augenmerk werde durch das Projekt vielleicht auf Orte gerichtet, die man heute noch gar nicht im Blick habe, ergänzte Schrammen seine Erfahrung aus Gesprächen mit Wohnmobilisten in seiner Gemeinde. Es brauche in dieser schnelllebigen Zeit Plätze, an denen man wieder in sein Inneres zurückkehren können könnte, nannte Corsten in seiner Gemeinde zum Beispiel das Stillefeld am Alten- und Pflegeheim St. Josef.

Teilnehmen am Wettbewerb können alle, die in der Region ihren Wohnort oder „ihre Wurzeln“ haben, heißt es in der Ausschreibung. Der mit Foto und einem kurzen Text (bis 100 Wörter) vorgestellte Glücksplatz muss frei zugänglich und darf nicht kommerziell genutzt sein. „Die Glücksplätze, die wir suchen, sollten kulturell/historisch, landschaftlich besonders, spirituell oder kinderfreundlich geprägt sein“, so die Initiatorin.

Auch Minderjährige unter 16 Jahren, Schulklassen oder Kindergartengruppen könnten sich beteiligen, wenn ein Erwachsener das Projekt einreicht. Nach Ablauf der Frist am 30. November wählt eine Jury insgesamt 50 Plätze aus, 20 in der Stadt Heinsberg und je 10 in den drei Gemeinden.

Mit diesen Plätzen wollen die Westzipfel-Kommen dann eine sogenannte Glücks-Landkarte erstellen. „Sie soll Einheimische und Besucher des Westzipfels dazu anregen, auch einmal die versteckteren, besonderen Plätze der Region zu erkunden“, so Gabriele Deyerling-Seidel. Im Frühjahr 2019 werden die ausgewählten Glücksplätze bekanntgegeben. Alle Teilnehmer erhalten auf jeden Fall eine Urkunde. Denjenigen, deren Glücksplätze ausgewählt werden, winken Sachpreise sowie die Einladung zur Feier anlässlich der Präsentation der neuen Glücks-Landkarte.

Insgesamt investieren die vier Kommunen in dieses Projekt 28.000 Euro. 65 Prozent davon werden durch das Land NRW im Rahmen von „Vital.NRW“ gefördert. Alexandra Jentgens, Regionalmanagerin in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Westzipfel-Region, erklärte, dass die Gruppe noch weitere Projekte beantragt habe, etwa eine interaktive Internetseite oder eine Boulebahn in Birgden. Eine weitere Idee sei die „kunterbunte Westzipfel-Kulinarik“. Corsten nannte zwei weitere Projekte zum Thema Dorfentwicklung in der Gemeinde Selfkant. Die Erkenntnisse aus den Entwicklungsprozessen in einem größeren Ort wie Süsterseel und einem kleineren wie Millen könnten dann auch auf andere Orte in der Gemeinde angewendet werden, erklärte er.

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