Werkstätten der Lebenshilfe Heinsberg ermöglichen vielfältige Arbeitsplätze

Lebenshilfe : Mit Geschick und Fingerspitzengefühl

Viele Firmen arbeiten schon seit Jahrzehnten mit der Lebenshilfe Heinsberg zusammen. „Unser Auftrag liegt in der beruflichen Förderung und der Realisierung von Teilhabemöglichkeiten am Arbeitsleben“, erläutert Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand braucht man schon, um die Kabelenden in die Steckverbindungen einzuführen. Aber für Marianne Goosmann ist das Routine. Gemeinsam mit den 25 Kollegen in ihrer Gruppe im Heinsberger Werkstätten-Betrieb der Lebenshilfe Heinsberg konfektioniert sie Kabelbäume und Schaltkästen für die Kölner SAE IT-systems GmbH & Co. KG.

Insgesamt arbeiten 75 Mitarbeiter in drei Teams in der Elektromontage der Lebenshilfe Werkstätten für namhafte Hersteller der Elektrobranche. „Da ist gute Handarbeit gefragt“, weiß Ludger Tekaat, Betriebsstättenleiter Arbeit und Technik in Heinsberg. „Denn die beste Software und Elektronik benötigt gut verarbeitete Hardware, sauber konfektionierte Kabelbäume, fest sitzende Steckverbindungen und perfekt verlötete Einzelverdrahtungen in Schaltkästen.“ Damit die Einzelarbeitsplätze nicht nur ergonomisch und barrierefrei ausgestattet sind, sondern die Arbeiten auch einfach und sicher ausgeführt werden können, beschäftigen die Lebenshilfe Werkstätten mehrere Vorrichtungsbauer und kooperieren  zudem mit Berufs- und Technischen Hochschulen, um technischen Hilfs- und Unterstützungsmitteln zu entwickeln.

Viele Firmen arbeiten schon seit Jahrzehnten mit der Lebenshilfe Heinsberg zusammen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität und Zuverlässigkeit der Arbeiten aus den Werkstätten der Lebenshilfe Heinsberg. Unser Kooperationskonzept funktioniert sehr gut und wird stetig ausgebaut“, so Matthias Schuster von SAE. „Wir sehen aber auch unsere soziale Verantwortung in der Auftragsvergabe an die Lebenshilfe Werkstätten. Denn durch die enge Zusammenarbeit und den regelmäßigen Austausch vor Ort nehmen wir wahr, welche Chancen beruflicher Förderung und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung möglich gemacht werden, und das unabhängig von der Art oder Schwere einer Behinderung.“

Insgesamt erhalten zurzeit mehr als 1200 Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Heinsberg einen sicheren Arbeitsplatz in den Lebenshilfe Werkstätten. „Unser Auftrag liegt in der beruflichen Förderung und der Realisierung von Teilhabemöglichkeiten am Arbeitsleben“, erläutert Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg. „Die Herausforderung liegt in der Vielfalt unserer Arbeitsangebote. Denn wir suchen nicht nach Mitarbeitern für unsere Arbeitsaufträge, wie es in der freien Wirtschaft üblich ist. Wir suchen nach den passenden Arbeitsangebote für die Menschen, für die wir da sind.“ So gibt es in den Lebenshilfe Werkstätten eine Schreinerei, Metallverarbeitung, Landschaftspflege, zahlreiche Konfektionierungs-, Verpackungs- oder Montageabteilungen, eine Großküche mit Konditorei und mehrere Cafés im Kreis Heinsberg.

Jeder Mitarbeiter mit Behinderung hat die Möglichkeit, sich in den unterschiedlichen Fachdisziplinen der Werkstätten auszuprobieren und seine beruflichen Interessen und Stärken zu entdecken. Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung arbeiten in den unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten, lernen die Mitarbeiter an und unterstützen sie bei der Arbeit. Aber sie sind auch da für die kleineren und größeren Probleme und Sorgen des Alltags, sind Ratgeber oder vermitteln bei Konflikten. Dabei werden sie unterstützt vom Pädagogisch Begleitenden Dienst, der die berufliche, persönliche und soziale Förderung für jeden Mitarbeiter individuell weiterentwickelt.

Die Kooperationen der Lebenshilfe Werkstätten mit Unternehmen und Firmen in der Region gehen mittlerweile längst über die reine Zuarbeit und Übernahme von Produktions- und Dienstleistungsaufträgen hinaus. „Wir vermitteln Praktika und bieten Einblicke in den beruflichen Alltag auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“, erläutert Dirk Voß, Leiter Arbeit und Technik der Werkstätten. Nicht selten führe ein Praktikum dann auch zu einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz in einem Betrieb. Dann ist der Mitarbeiter weiterhin beschäftigt und versichert durch die Werkstatt, gleichzeitig jedoch voll integriert im Betriebsablauf des Unternehmens. Mehr als 60 solcher Arbeitsplätze seien so in den vergangenen Jahren entstanden. Manchmal entschließt sich eine Firma sogar für die Übernahme des Beschäftigten. „Dann ist unser Inklusionsauftrag abgeschlossen“, so Dirk Voß.

Es gibt aber auch andere Wege der Zusammenarbeit: „Wir können auf Wunsch eines Unternehmens auch unsere Arbeitsstätte in den Betrieb vor Ort verlagern und übernehmen dann die Arbeitsaufträge im Produktionsbetrieb. So gehen die Zuarbeiten nahtlos ineinander über, Zeit für Transport und Logistik wird in erheblichem Maß eingespart.“ Die Qualität der Arbeit in den Werkstätten der Lebenshilfe Heinsberg wird mittlerweile vom TÜV Nord begleitet, regelmäßig geprüft und zertifiziert, erläutert Edgar Johnen: „Das vermittelt unseren Partnern und Auftraggebern eine verbindliche Sicherheit in der Zusammenarbeit!“

((red))
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