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Werke zur Stille zum Jubiläum der Lichtung Stillefeld

Lichtung Stillefeld : Kunstausstellung von Gerhard Mevissen

Zum Jubiläum der Lichtung Stillefeld in Selfkant-Höngen zeigt der Künstler Gerhard Mevissen Bilder zum Thema Stille. Die Ausstellung läuft vom 29. September bis zum 13. Oktober.

Vor genau zehn Jahren entstand in Selfkant-Höngen auf dem Gelände der Alten- und Pflegeheime St. Josef die Lichtung Stillefeld. Grund genug für die Einrichtung und den Künstler Gerhard Mevissen, der das Werk geschaffen hat, den Tag mit einer Kunstausstellung zum Thema zu feiern. Eröffnet wird sie am Sonntag, 29. September, um 13 Uhr.

Gerhard Mevissen, geboren in Heinsberg und aufgewachsen in Waldfeucht-Haaren, zeigt im Alten- und Pflegeheim insgesamt 28 Aquarelle in unterschiedlichen Formaten zum Thema Stille, entstanden aus eigenen Erfahrungen im Stillefeld. Die Eröffnungsrede der Veranstaltung wird Universitätsprofessorin Dr. Cornelia Richter halten, die an der Fakultät für evangelische Theologie in Bonn tätig ist.

Anlässlich dieses Tages erscheint zudem ein Kunstbuch von Gerhard Mevissen mit dem Titel „Im Weiter Zuhaus“ und eine neue Kunstkarten-Edition. Sie umfasst sechs ausgewählte Fotografien, die der Aachener Fotograf Pit Siebigs in den Jahren 2009 und 2019 vom Stillefeld aufgenommen hat.

Die Lichtung Stillefeld

Die quadratisch angelegte Lichtung Stillefeld befindet sich inmitten eines kleinen Eichenwaldes in unmittelbarer Nähe zum Alten- und Pflegeheim. Künstlerisch gestaltet wurde sie von Gerhard Mevissen mit acht Stelen und 32 darauf befindlichen Reliefs.

„Die Kunst ist auch ein Sammelbecken für die Defizite der Gesellschaft und des jeweiligen Kulturkreises“, erklärt Gerhard Mevissen zu seinem Werk. „Mich hat früh die Not des modernen Menschen erfasst, der vor lauter Stress und Getriebenheit durch den medialen Raum und die technischen Errungenschaften kaum noch erreichbar ist, innezuhalten und über sein Leben nachzudenken, wenig erreichbar ist für das Mitmenschliche, das Poetische, das Religiöse.“

Gemündet sei dieses Gefühl zunächst in Bildern, die den interessierten, dafür empfänglichen Betrachtern freie Räume für die persönliche Betrachtung, zum Stille-Werden, zum Sich-wieder-Einsammeln anbiete. Sie tragen Namen wie Stille Speicher, Lichtung Stillefeld, Strömen und Leuchten, Post von der Insel – Brief aus der Stille oder „ich bin da - Gegenwart“.

Irgendwann habe er dann das Bedürfnis gehabt, diese Bildzeichen Skulptur werden zu lassen, ein reales Stillefeld zu schaffen, „das Menschen frei aufsuchen können für sich“, sagt Gerhard Mevissen. Bei der Suche nach einem geeigneten Ort wurde er bei St. Josef fündig. „Der zielführende Vorschlag kam von Volker Kratz“, lobt er das Engagement des Geschäftsführers der Alten- und Pflegeheime. So entstand in Höngen nicht nur die Lichtung Stillefeld. Es wird seitdem von den Mitarbeitern des Alten- und Pflegeheims gehegt und gepflegt.

„Schon während der Bauphase von 2007 bis 2009 begannen die Besucher, diesen Stille-Ort für sich zu entdecken“, sagt Volker Kratz. Seither kommen immer wieder Menschen dorthin, um sich für eine Weile aus dem Alltag herauszunehmen.

„Hier treffen sich Menschen, um miteinander zu schweigen oder etwas zu besprechen. Hier werden Entscheidungen getroffen oder mitgeteilt“, erklärt Mevissen.

Auch mit Leid beladene und schwer kranke Menschen würden diesen Ort gerne aufsuchen, um dort etwas Bestärkendes zu erfahren.