Erkelenz-Gerderath: Wenn Kinder ihr Spielgerät aussuchen

Erkelenz-Gerderath: Wenn Kinder ihr Spielgerät aussuchen

Schon von weitem hört man die Kinder lachen und durcheinanderreden. Ob Schaukel, Klettergerüst oder Sandkasten — die Spielgeräte des Gerderather Spielplatzes sind vollbesetzt. Mehr als 140 Kinder, Jugendliche und Eltern sind bei strahlendem Sonnenschein gekommen, um über ein neues Spielgerät abzustimmen.

Das Klettergerüst auf dem an der Meister-Gerhard-Straße gelegenen Spielplatz ist bereits seit Jahren morsch. Nun soll es endlich durch ein neues ersetzt werden. „Wir sind fast jede Woche mit unserer fünfjährigen Tochter Loreen hier“, sagt der Anwohner Michael Ruthmann. Er ist froh, dass die Stadt sich kümmert. Der Familienvater gehört zu den 250 Haushalten mit Kindern zwischen 4 und 14 Jahren aus der Umgebung, die von der Stadt per Post zur Abstimmung eingeladen wurden.

Alle sind begeistert mit dabei

Mona Bobrow, Leiterin des Evangelischen Kinder- und Jugendzentrums Cirkel, hat sogar die gesamte Nachmittagsgruppe mitgebracht und mit ihrem Team ein kleines Fest organisiert. Es gibt kostenlose Muffins, Getränke, Kinderschminken und jede Menge Spiele. Anna Ferfers, zwölfjährige Helferin, gibt den Kleinen Anweisungen bei einem Ballspiel.

Und auch die Älteren sind begeistert mit dabei. „Die Eltern schätzen es, mit eingebunden zu werden“, weiß Mona Bobrow. Auch im Jugendzentrum erlebt sie immer wieder, wie gerne sich Kinder und Eltern einbringen. „Und bei so gutem Wetter macht es natürlich noch mehr Spaß!“

Markus Wilmer, Stadtjugendpfleger und Organisator der Abstimmung, hat in der Zwischenzeit eine Stellwand mit Bildern von drei möglichen Spielgeräten aufgebaut. Während er die einzelnen Geräte erklärt, tuscheln die Kinder schon untereinander. Aufgeregt zeigen sie auf ihre Lieblingsgeräte.

Dann dürfen sie endlich abstimmen: Jedes Kind bekommt einen Klebepunkt, mit dem es seinen Favoriten markieren kann. „Ich nehme das ganz rechts!“, ruft Julian, 9 Jahre. Damit hat er auf den Sieger getippt. Mit über 60 Stimmen entscheiden sich die Kinder für das Modell „Anhausen“. Rutsche, Kletterwand, Sandaufzug und Hängebrücke — da ist für jedes Kind etwas dabei.

Und ganz wichtig: Die Kinder sind dabei! „Jedes Mal, wenn es sich um ein großes Spielgerät handelt, fragen wir die Eltern und natürlich die Kinder um Rat“, sagt Wilmer.