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Weltkriegsbombe am Kreisgymnasium Heinsberg gefunden

Sperrung aufgehoben : Weltkriegsbombe in Heinsberg entschärft

Weil bei Erdarbeiten in Heinsberg eine alte Weltkriegsbombe gefunden worden war, mussten am donnerstag rund 1400 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen, ein Schwimmbad und Gaststätten wurden geräumt. Um kurz vor 18 Uhr kam schließlich die Entwarnung.

Um 12.36 Uhr geht eine ältere Frau mit einer Wollmütze die Linderner Straße hinauf. Sie schaut etwas verdutzt, als sie die Polizisten und die Fahrzeuge vom Kampfmittelräumdienst sieht. Zu dieser Zeit ist es noch ruhig. Der Verkehr läuft ganz normal. Und Kostümierte gehen die Straße hinunter in Richtung Innenstadt. Die Frau kann noch nicht wissen, dass auf der anderen Straßenseite hinter dem Bauzaun eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden ist. Aber sie scheint dem Braten trotzdem nicht zu trauen und dreht um.

Zwei Schulen betroffen

Auf dem Grundstück einer Villa gleich neben dem Kreisgymnasium ist am Donnerstagvormittag bei Erdarbeiten eine US-amerikanische Zehn-Zentner-Bombe gefunden worden. Auf dem Grundstück waren große Bäume gefällt worden. Bei dem Versuch, die Wurzeln der Bäume mit einem Bagger freizulegen, müssen die Arbeiter auf die Bombe gestoßen sein. Der Kampfmittelräumdienst entschied, dass die Bombe entschärft werden muss. Dafür musste die Stadt in einem Umkreis von 500 Metern evakuiert werden. Gut 1400 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Als die Frau mit der Mütze gerade wieder zurück in Richtung Innenstadt geht, laufen die Vorbereitungen der Polizei für Straßensperrungen und Evakuierungen. Die Schüler des Kreisgymnasiums waren da schon weg. In den 500-Meter-Radius fällt auch die Realschule im Klevchen. Am Altweibertag hätten die Schüler aber wohl ohnehin früh nach Hause gekonnt – jetzt müssen sie.

Für die Männer vom Kampfmittelräumdienst ist das Routine. Um 13.52 Uhr reicht ein Mann seinem Kollegen ein Brötchen, das in Alufolie eingewickelt ist. Sie richten sich wohl auf einen langen Arbeitstag ein.

Von der Evakuierung betroffen sind auch zahlreiche Anwohner. Mitarbeiter der Stadt Heinsberg, der Feuerwehr und der Polizei waren gemeinsam im Einsatz, um die Menschen zu evakuieren. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnte, wurde in der Mehrzweckhalle Schafhausen und der Turnhalle Westpromenade aufgenommen und versorgt.

Bei Arbeiten mit einem Bagger war die Bombe auf einem Grundstück neben dem Kreisgymnasium an der Linderner Straße in Heinsberg gefunden worden. Foto: MHA/Daniel Gerhards

Stadtprinz packt das Ornat ein

Der Räumungsradius reicht bis in die Innenstadt hinein zur Patersgasse. Und in diesem Radius liegen auch die Gaststätte Cüppers und die Köpi-Stube, zwei Hochburgen des Karnevals, in denen am Donnerstag eigentlich ausgiebig hätte gefeiert werden sollen. Ihnen machte die Weltkriegsbombe einen Strich durch die Rechnung. Das Festzelt, die Stadthalle und die Kneipen in Richtung Markt waren jedoch nicht betroffen.

Auch der Heinsberger Stadtprinz hatte sein Haus verlassen müssen. Er packte kurzerhand das komplette Ornat ein, um am Freitag startklar zu sein – nur für den Fall, dass er am Donnerstag nicht mehr in seine Wohnung gedurft hätte.

Gegen Nachmittag hatten die Einsatzkräfte die Straßen abgesperrt, so dass Fahrzeuge und Fußgänger nicht mehr in die Nähe des Fundortes der Bombe kommen konnten.

Kurz vor 18 Uhr kam dann die gute Nachricht: Die Entschärfung war geglückt. Die Sperrung des betroffenen Gebietes wurde aufgehoben.