Wassenberg/Roerdaelen: „Welkom“ zur Wanderung im Naturpark

Wassenberg/Roerdaelen: „Welkom“ zur Wanderung im Naturpark

„Welkom allemaal“, begrüßte Roerdalens Bürgermeisterin Monique de Boer-Beerta die rund 80 Teilnehmer, die sich in diesem Jahr zur dritten gemeinsamen Wanderung mit den Bürgermeistern aus Wassenberg und Roerdalen am Elfenmeer trafen.

Nach „Rode Beek“ vor zwei Jahren und dem „Birgeler Urwald“ sollte dieses Mal ein Teil von „Meinvennen“ bewandert werden. Auch dieser Wanderweg gehört zu den insgesamt neun sogenannten Premium-Wanderwegen im Naturpark Maas-Schwalm-Nette.

Wie Bürgermeister Manfred Winkens (2.v.r.) orientierten sich die Teilnehmer auch selbst immer wieder auf den Karten, die sie zu Beginn der Tour erhalten hatten.

„Ich übersetze das jetzt nicht, weil ich nicht alles verstanden habe“, erklärte anschließend schmunzelnd Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens. Auch er freute sich über kompetente Begleiter auf der Route. Dazu gehörten Wege-Scout Wilfried Schröder aus Mönchengladbach, Elly Hawinkels von einer niederländischen Organisation für Natur- und Umweltbildung und der für das Gebiet zuständige Förster Robbert Ouwerkerk.

Vom Parkplatz am Elfenmeer ging es zunächst über den geteerten Fahrradweg bis zu den Gleisen des Eisernen Rheins. Diese Eisenbahntrasse zwischen der Hafenstadt Antwerpen und dem Ruhrgebiet wurde im Jahr 1878 erbaut und 1991 stillgelegt. Den nächsten Stopp machte der Förster mitten im Heidegebiet. Nur wenige alte Bäume gebe es hier, erklärte er und zeigte auf eine weit verzweigte Eiche, deren Wachstum seiner Meinung nach bis ins Mittelalter zurückreicht.

Der Name „Meinweg“ deute schon an, dass es sich bei dem gesamten Gebiet immer um einen gemeinschaftlichen Besitz der hier lebenden Menschen gehandelt habe, aus dem sie ihr Brennholz bezogen, so Ouwerkerk weiter.

Treffen mit der Kreuzotter

Und auch Holzpfähle, auf denen die Stadt Amsterdam erbaut sei, würden aus dem Meinweggebiet stammen, ergänzte Elly Hawinkels. Wichtig sei jetzt, die Heide zu erhalten, denn sie sei eigentlich eine Art Zwischenstation in der Natur, führte der Förster weiter aus, bevor die Gruppe sich auf den Weg machte in Richtung der kleinen Seenplatte mit Namen „Rolvennen“ und damit der eigentlichen Heimat der Kreuzotter im Nationalpark.

Doch bis dahin brauchte die Gruppe gar nicht erst zu laufen, denn plötzlich kreuzte eine kleine Kreuzotter ihren Weg. Vorbei am ersten Moorteich und leicht bergauf ging es, ehe Schröder die Wanderer erneut anhielt und ihnen eindrucksvoll erläuterte, was diesen Wanderweg besonders auszeichnet. Terrassenförmige und steile Übergänge mit für die Niederlande einmaligen Höhenunterschieden von bis zu 80 Metern seien hier möglich, betonte er. Entstanden seien diese Terrassen durch Brüche in der Erdkruste sowie durch Ausspülungen und Anschwemmungen der Maas.

Bei einer Kaffeepause im Venhof waren die ersten sieben Kilometer geschafft. Weitere vier durch das Melickerven standen für den Rest der gemeinsamen Wanderung auf dem Programm. Insgesamt ist der Wanderweg „Meinvennen“ 18,9 Kilometer lang.

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