Weihnachtsaktion der Heinsberger Tafel startet wieder

Heinsberger Tafel : 720 Weihnachtstüten wollen gefüllt werden

„Ich habe keine Sekunde gezögert, diese Ehre anzunehmen!“ In einer bewegenden Rede hat Lothar Terodde, Geschäftsführer des Kreisverbands vom Deutschen Roten Kreuz, in der Christuskirche die Martinslaterne als Symbol des Schirmherrn für die neue Weihnachtsaktion der Heinsberger Tafel übernommen.

„Sie haben Großartiges geleistet!“, gratulierte er der sozialen Einrichtung zu ihrem zehnjährigen Bestehen, das sie in diesem Jahr feiert.

1993 sei in Berlin die erste Tafel gegründet worden, rief Terodde den Ehrengästen und den Tafelkunden beim Martinsessen in Erinnerung. Inzwischen seien bundesweit rund 950 hinzu gekommen, die sich alle engagieren würden für Menschen, die es nicht so einfach hätten im Leben. Bundesweit gebe es rund 1,5 Millionen Kunden bei den Tafeln, in denen sich rund 50.000 Menschen engagieren würden. „Wir begrüßen dieses Engagement ganz ausdrücklich“, betonte er.

Seit 2015, seit die ersten Flüchtlinge in großer Zahl nach Heinsberg gekommen seien, arbeite man enger zusammen und realisiere immer wieder gemeinsame Projekte, die der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme seien und die ihren Beitrag dazu leisten würden, ein Auseinanderdriften gesellschaftlicher Gruppen zu verhindern. Eigentlich verhalte sich das DRK politisch neutral. Die aktuellen Wahlergebnisse würden ihn jedoch sehr betroffen machen, führte Terodde weiter aus.

„Sie helfen hier nach dem Maß der Notwendigkeit“, lobte er noch einmal die Arbeit der Heinsberger Tafel. „Sie leisten einen ganz gewaltigen Beitrag zum Zusammenleben der Menschen hier vor Ort.“ Viele ehrenamtliche Helfer seien da Tag für Tag, tausende Stunden pro Jahr im Einsatz. „Sie sprechen von Kunden, und Sie behandeln sie auch so. Und Sie geben ihnen Struktur“, betonte Terodde. Die Heinsberger Tafel sei überall bekannt, und sie sei beliebt. „Ich wäre stolz, in zehn Jahren wieder Schirmherr sein zu dürfen“, schloss er seine Rede.

Vorausgegangen war dem gemeinsamen Martinsessen erstmals ein kleiner Martinszug mit den Kindern der Tafelkunden und den Kindern aus den Krabbelgruppen der evangelischen Kirchengemeinde, die Uschi Preuß leitet. Sie hatte mit den Kindern der Tafelkunden zuvor sogar Laternen gebastelt. Und eine Bescherung gab´s dann am Brunnen der Kirche natürlich auch, dank der Unterstützung von zwei Kameraden der Waldenrather Feuerwehr. Sie erhielten ebenso ein symbolisches rotes Stoffstück vom Martins geteiltem Mantel wie weitere Ehrenamtler und die Jugendlichen, die als Gruppe „Just4Fun“ erstmals ihr selbst komponiertes Lied zum Thema UN-Kinderrechte vorstellten.

Um die 720 Weihnachtstüten für ihre Kunden füllen zu können, bittet die Tafel auch in diesem Jahr wieder um Spenden. Vor allem Sachspenden in Form haltbarer Lebensmittel sind gefragt, von der Gemüsekonserve über Kaffee bis hin zu weihnachtlichen Süßigkeiten. Sie sollten nicht zu Geschenken verpackt werden, da die Tafel die einzelnen Spenden selbst zu Tüten für die Kunden zusammenstellt. Über Geldspenden würde sich die Tafel ebenfalls freuen, wie Pfarrer Sebastian Walde erklärte. Allerdings sollte bei der Überweisung dann als Verwendungszweck unbedingt das Stichwort „Weihnachtsaktion“ vermerkt sein. Von diesem Geld würden ebenfalls Lebensmittel gekauft, aber auch die kleinen Geschenke, die der Nikolaus bei der Tütenausgabe in der Tafel an die Kinder verteilt.

Spenden können in der Tafel, Erzbischof-Philipp-Straße 18, abgegeben werden am Dienstag, 10. Dezember, von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, sowie am Freitag, 13. Dezember, von 17 bis 19 Uhr. Weitere Annahmestellen sind eingerichtet vom 2. bis 13. Dezember bei Physio-Therapie Andrej Janezic, Apfelstraße 45, Dom-Apotheke, Rathausstraße 1, Apotheke am Medizinischen Zentrum, Stiftstraße 21, und Fitness-Center WOF, Industriestraße 13, und im evangelischen Gemeindebüro, Erzbischof-Philipp-Straße 12, jeweils zu den Öffnungszeiten.

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