Heinsberg: Wechsel im Rathaus: Ein Drittel der Ämter hat einen neuen Leiter

Heinsberg: Wechsel im Rathaus: Ein Drittel der Ämter hat einen neuen Leiter

Zwölf verschiedene Ämter gibt es derzeit im Heinsberger Rathaus, und gleich vier davon haben einen neuen Leiter. Wilfried Palmen hat als Leiter des Bauverwaltungs- und Planungsamtes die Nachfolge von Franz-Josef Maybaum angetreten.

Bert Görtz leitet als Nachfolger von Hermann Rademächers das Schul-, Kultur- und Sportamt, Michael Dahmen als Nachfolger von Bert Dohmen das Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Leiter des Rechtsamtes, das bisher in Personalunion von Dezernent Hans-Walter Schönleber geleitet wurde, ist jetzt Sebastian Jäger.

Bis auf Dahmen sind alle „vier Musketiere“, wie sich die „Neuen“ scherzhaft nennen, echte Heinsberger. Wilfried Palmen (52) etwa wurde im Heinsberger Stadtteil Schleiden geboren, lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Saeffelen. Nach Fachabitur und Bundeswehr führte ihn sein Weg zunächst zur Stadtverwaltung nach Linnich, dann nach Köln. 1988 kam er zur Stadtverwaltung nach Heinsberg, war zunächst im Ordnungsamt tätig und dann als Standesbeamter. 2012 wechselte er ins Bauverwaltungs- und Planungsamt, das er jetzt leitet. Stadtentwicklung und —sanierung sind wichtige Stichworte für seine Arbeit.

Aber nicht nur die Erstellung von Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen gehören zu den Aufgaben seines Teams. Zugleich ist es für Abgaben und Gebühren zuständig, wenn es zum Beispiel um die Beseitigung von Abfall und Abwasser oder um die Straßenreinigung geht. Um das Stadtgebiet in seiner Entwicklung nachhaltig zu sichern, engagiert sich Palmen für ein attraktives Angebot von Bau- und Gewerbeflächen.

„Wir sind aber immer auf Zuschussgeber beziehungsweise Förderprogramme angewiesen“, fügt er hinzu. „Und da sind die Maßnahmen immer an Voraussetzungen gebunden.“ Wünschen würde sich Palmen neue Fördermaßnahmen vor allem im Bereich Energie, etwa für die Ausweitung von E-Bike-Stationen über die Innenstadt hinaus. Am Herzen liegt ihm zudem das Thema Windenergie.

Echter Heinsberger ist auch Sebastian Jäger, selbst wenn er einräumt, danach in Linnich aufgewachsen zu sein. Heute lebt der 32-Jährige in Karken. Nach seinem Jurastudium war er zunächst als Anwalt in einer Kanzlei in Koblenz tätig. 2012 kam er zur Stadt Heinsberg und arbeitete im Rechtsamt, dessen Leitung er in diesem Jahr übernahm. „Ich habe eine absolute Querschnittsaufgabe, denn ich habe mit allen Ämtern zu tun“, sagt er. Er berät seine Kollegen in allen rechtlichen Fragen und unterstützt sie natürlich auch, wenn es einmal zu einem Prozess kommt. „Ich möchte die Stadt rechtsberatend optimal begleiten und so für Rechtssicherheit sorgen“, so Jäger. Weiterhin ist er mit seinem Team auch zuständig für alle Versicherungsangelegenheiten, die zum Beispiel den Fuhrpark der Stadt oder ihre eigenen Gebäude betreffen.

Dritter im Bunde ist Bert Görtz (55), nicht nur in Unterbruch geboren, sondern auch ein echtes Eigengewächs im Rathaus. Görtz, der mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Haaren lebt, kam schon 1977 zur Stadtverwaltung. Nach Ausbildung im nichttechnischen Verwaltungsdienst und Bundeswehrzeit trat er 1981 seinen Dienst im Sozialamt an. 1986 wechselte er ins Schul-, Kultur- und Sportamt, 2005 dann zur Stadtkasse. 2011 kam er ins Schul-, Kultur- und Sportamt zurück. Alle Ratsangelegenheiten, die zuvor ebenfalls in diesem Amt angesiedelt waren, wechselten ins Hauptamt, als Görtz die Leitung übernahm.

„Ich kann mich über mangelnde Arbeit aber nicht beklagen“, lacht er und zählt seine Aufgaben auf. So engagiert er sich für die Stadt als Schulträger von acht Grund-, zwei Real- und zwei Hauptschulen, einer Gesamtschule sowie einer Förderschule im Rahmen eines Zweckverbands. Sein Team ist befasst mit der Organisation von Theaterprogrammen für Erwachsene und Kinder, mit dem Sommer-Event und mit der Eisbahn. Zudem kümmert es sich um die Zuschüsse für Vereine. Im Bereich Sport kommen die Belegungspläne für alle städtischen Sportplätze hinzu.

„Und, was der Name nicht hergibt: Wir sind auch Träger von zehn Kindertagesstätten mit allem was dazu gehört“, sagt Görtz und meint damit die Vergabe von Plätzen, die Organisation der Mittel für die Einrichtungen und noch so vieles mehr. „Ich möchte die Schullandschaft attraktiv halten und die Gesamtschule natürlich ausbauen“, blickt Görtz optimistisch in die Zukunft. Weiter auf seiner Agenda steht das Thema Inklusion in Kindertagesstätten und Schulen. Im Bereich Kultur würde Görtz gerne das Theaterangebot ausbauen mit Stücken für ältere Schüler.

Nicht aus Heinsberg kommt Michael Dahmen (52), aber doch hat „Mike“, wie er genannt wird, schon früh eine enge Beziehung zur Kreisstadt entwickelt. So kam der gebürtige Aachener, der mit Frau und zwei Kindern in Würselen wohnt, schon 1983 nach Lieck und absolvierte hier erfolgreich eine Tischlerlehre. Danach studierte er Wirtschaftsgeographie mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung. Er arbeitete zunächst bei der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT).

Mitte der 1990er-Jahre kam er zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WfG). Anfang 2013 wechselte er ins Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften in der Heinsberger Stadtverwaltung. „Die diversifizierte Wirtschaftsstruktur hier ist ein Riesenvorteil“, sagt er. „Es sind viele kleine und mittelständische Unternehmen, die unsere Stadt stützen“, ergänzt er und hat dabei sowohl die Steuereinnahmen als auch die Arbeitsplätze im Blick.

„Jeder Standort verkauft sich als der beste der Welt“, so Dahmen. Und was macht in Heinsberg den Unterschied? „Unsere Servicequalität“, erklärt er spontan. „An den Rahmendaten können wir nicht arbeiten, die sind da.“ Entscheidend seien am Ende immer die weichen Standortfaktoren. Sympathie ist für ihn das wichtigste Stichwort. „Wo fühlt man sich am wohlsten?“, sei da die entscheidende Frage. „Und das funktioniert eben in Mittelstädten einfach besser.“ In Bezug auf seine Arbeit in der Verwaltung sieht er seinen Job ähnlich wie Jäger. „Ich bin Totalgeneralist.“ Irgendwie müsse er immer mitreden können und umgekehrt für die Unternehmen in der Verwaltung die jeweils notwendigen Kontakte schaffen.

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