Wasserverbans sieht keine Gefahr für Ophoven und Karken

Kreisumweltausschuss : WVER zeigt sich unbesorgt beim Thema Hochwasser

Im Kreisumweltausschuss stand das Thema Hochwassserschutz entlang der Rur – insbesondere im Bereich von Heinsberg-Karken und Wassenberg-Ophoven – auf der Tagesordnung. Und dabei erfuhren die Mitglieder Interessantes.

Nach den Überschwemmungen der Rur im vergangenen Frühjahr sorgten sich die Ausschussmitglieder, dass sich solche Ereignisse häufen könnten und forderten vom Wasserverband Eifel Rur (WVER) Informationen, um ein umfassendes Bild der Hochwasserschutzsituation an der Rur zu erhalten. Vor allem erhoffte sich der Ausschuss Antwort auf die Frage, ob der WVER Überschwemmungen durch ein besseres Talsperrenmanagement verhindern könne.

Gerd Demny, Dezernent für Gewässer beim WVER, machte deutlich, dass vor allem durch das Management des Verbands in der Region Schlimmeres bei den schweren Niederschlägen im März verhindert worden sei. In der Regel, so erklärte Demny, würden aus dem Talsperrenverbund mit neun Talsperren in der Eifel fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Rur abgelassen. Die Maximalmenge liege bei 60 Kubikmetern. „Diese Menge ist auch nach den massiven Niederschlägen im März eingespeist worden“, erläuterte Demny. Die Abgabe der Maximalmenge sei statistisch gesehen nur alle sechs Jahre der Fall.

Einstau verhindern

Die Erhöhung der Abgabe auf die zugelassene Maximalabgabe sei erforderlich gewesen, um einen Einstau in die so genannten Hochwasserschutzräume der Talsperre zu verhindern. Diese Hochwasserschutzräume würden vorgehalten, um die Wassermassen bei extremen Witterungsbedingungen aufzufangen. „Ein Überlauf der Talsperren muss verhindert werden, da die Situation unterhalb der Talsperre sonst nicht mehr zu kontrollieren wäre. Dadurch können eventuelle weitere Regenfälle aufgenommen werden und der Unterlauf bleibt geschützt“, erläuterte Demny.

Durch die erhöhte Abgabe ist es an vielen Stellen der Rur allerdings zu Ausuferungen gekommen. Zudem habe der WVER keinen Einfluss auf alle Faktoren, etwa die Flüsse, die in die Rur münden, wie Kall, Inde und Wurm. Auch sie führen der Rur bei Hochwasser mehr Wasser zu als im Normalfall. „Aber auch durch diese Zuflüsse ist es nicht zu einem erhöhten Überflutungsrisiko an der Rur bei Karken und Ophoven gekommen“, sagte Demny. Mit Blick auf das Hochwasser in Karken und Ophoven müsse man sagen, dass der Wasserverband zwar 60.000 Liter pro Sekunde in die Rur geleitet hat.

„Gleichzeitig hat er mit seinen Talsperren aber auch viel Wasser zurückgehalten. Satte 152 Kubikmeter Wasser pro Sekunde sind in der Spitze in das Eifeltalsperrensystem hineingeflossen, 60 Kubikmeter wurden abgegeben. Im Ergebnis hielten die Talsperren sogar noch gut 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zurück, die sonst auch die Rur hinuntergeflossen wären“, betont Demny.

Derzeit sehe er grundsätzlich keine erhebliche Überflutungsgefahr für Karken, versicherte er den Anwesenden. Die Situation könne sich aber ändern, wenn der Dammschutz bei Ophoven verbessert werde. Das würde zwangsläufig für eine Überflutungsgefahr in Karken sorgen.

Für Klimawandel wappnen

Demny machte den Fraktionen auch klar, dass der Klimawandel das Talsperrensystem weiter beeinflussen werde. „Die Menschen in der Region und auch der Wasserverband müssen sich auf den Klimawandel einstellen. Weniger Regen im Sommer und stärkere und häufigere Niederschläge im Herbst und Winter werden zunehmen. Und das wird auch Auswirkungen auf die Einleitungen in die Rur haben“, machte Demny deutlich.

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