Wassenberg: Wassenberg und die französische Stadt Pontorson feiern Goldjubiläum

Wassenberg: Wassenberg und die französische Stadt Pontorson feiern Goldjubiläum

Unter großer Beteiligung der Politik, von der kommunalen Ebene bis hinein ins Europäische Parlament, hat die Städtepartnerschaft zwischen Wassenberg und der französischen Stadt Pontorson ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.

Rund 100 Gäste waren dazu angereist, ein Viertel davon auch aus der gemeinsamen Partnerstadt Highworth in Großbritannien, mit der Wassenberg seit acht Jahren eine offizielle Freundschaft pflegt. Höhepunkt war der Festakt im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule. Dazu konnte Bürgermeister Manfred Winkens mit Sabine Verheyen (CDU) und Arndt Kohn (SPD) gleich zwei Europaparlamentarier willkommenheißen.

Sepp Becker, der „Motor der Partnerschaftstage“, hieß beim Festakt (Bild oben) viele Ehrengäste sowie Besucher aus Pontorson, Highworth und Roerdalen willkommen. Über den gelungenen Festakt zum Goldjubiläum freuten sich André Denot, Richard Pearce, Manfred Winkens, Julia Bishop, Sabine Verheyen, Arndt Kohn, Eugenie Cuijpers, Hélène Durant und Sepp Becker (Bild unten Mitte, von links). Nicht nur mit Harfe und Flöte, sondern auch mit ihrer Drehleier begeisterte Barbara Gerdes von An Erminig (unten links). René Albert erfreute beim Bürgerfest mit einer Lichtjonglage, bei der er mit Hilfe seiner Leuchtstäbe sogar die Wappen der drei Partnerstädte durch die Abendstimmung wirbelte. Fotos (4): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

„Es ist wirklich Europa, was wir hier leben“, betonte er in seiner Rede und erwähnte dazu nicht zuletzt auch die Freundschaft, die Wassenberg zur direkten Nachbargemeinde Roerdalen pflegt. Von dort war die stellvertretende Bürgermeisterin Eugenie Cuijpers zu Gast. Seit 1968 hätten die Menschen aus Wassenberg und Pontorson „ein dichtes Netz persönlicher Bindungen“ geknüpft, fuhr Winkens fort und ging noch einmal auf die Geschichte der Partnerschaft ein.

Sepp Becker, der „Motor der Partnerschaftstage“, hieß beim Festakt (Bild oben) viele Ehrengäste sowie Besucher aus Pontorson, Highworth und Roerdalen willkommen. Über den gelungenen Festakt zum Goldjubiläum freuten sich André Denot, Richard Pearce, Manfred Winkens, Julia Bishop, Sabine Verheyen, Arndt Kohn, Eugenie Cuijpers, Hélène Durant und Sepp Becker (Bild unten Mitte, von links). Nicht nur mit Harfe und Flöte, sondern auch mit ihrer Drehleier begeisterte Barbara Gerdes von An Erminig (unten links). René Albert erfreute beim Bürgerfest mit einer Lichtjonglage, bei der er mit Hilfe seiner Leuchtstäbe sogar die Wappen der drei Partnerstädte durch die Abendstimmung wirbelte. Fotos (4): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

Sie war eher zufällig entstanden bei einem Jugendzeltlager von Hans Zohren, dem damaligen Jugendleiter des SSV Viktoria 09 Wassenberg, in Pontorson. Seitdem gebe es mit wechselndem Ort in jedem Jahr die sogenannten Europatage, darüber hinaus seit 1972 einen Schüleraustausch, seit 1987 Sport- und Begegnungstage, berichtete der Wassenberger Bürgermeister.

Sepp Becker, der „Motor der Partnerschaftstage“, hieß beim Festakt (Bild oben) viele Ehrengäste sowie Besucher aus Pontorson, Highworth und Roerdalen willkommen. Über den gelungenen Festakt zum Goldjubiläum freuten sich André Denot, Richard Pearce, Manfred Winkens, Julia Bishop, Sabine Verheyen, Arndt Kohn, Eugenie Cuijpers, Hélène Durant und Sepp Becker (Bild unten Mitte, von links). Nicht nur mit Harfe und Flöte, sondern auch mit ihrer Drehleier begeisterte Barbara Gerdes von An Erminig (unten links). René Albert erfreute beim Bürgerfest mit einer Lichtjonglage, bei der er mit Hilfe seiner Leuchtstäbe sogar die Wappen der drei Partnerstädte durch die Abendstimmung wirbelte. Fotos (4): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

„Motor“ Sepp Becker

Europa müsse sehr viel demokratischer werden und tatsächlich den Willen des Volkes respektieren, um wieder stabiler und gerechter zu werden, forderte Pontorsons Bürgermeister André Denot in seiner politisch geprägten Rede. Auf den Brexit ging dabei auch seine Kollegin aus Highworth, Julia Bishop ein. Er werde Liebe und Respekt für die Mitmenschen in Europa jedoch nicht vermindern, betonte sie.

Die heutigen Mitgliedsstaaten der EU müssten dem Beispiel der ersten Europäischen Gemeinschaft folgen, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs erstanden sei, erklärte Hélène Durant, die Vorsitzende des Pontorsoner Partnerschaftskomitees. „Sie befolgte den Grundsatz, dass alle Mitgliedsstaaten, ob groß oder klein, gleiche Rechte hatten, und achtete Minderheiten.“ Großbritannien werde mit dem Brexit keinen guten „Deal“ machen, befand Richard Pearce, Vorsitzender des Komitees in Highworth. „Die EU ist größer als das Vereinigte Königreich.“

Sepp Becker, Vorsitzender in Wassenberg, ordnete das Ganze nach einem Rückblick auf die Geschichte Europas in den globalen Kontext ein: „Wenn wir auf eine Weltkarte schauen, dann sehen wir, dass Europa von der Größe her recht überschaubar ist.“

Dennoch: „50 Jahre Städtepartnerschaft, das ist ein Stein im Gebäude Europa“, befand der „Motor der Partnerschaftstage“, wie ihn Winkens genannt hatte. „Ich glaube an die europäische Idee, weil ich an die Menschen in Europa glaube. Und der Tag heute bestärkt mich einmal mehr in diesem Glauben“, erklärte Sabine Verheyen. Dass sich heute alle Menschen frei bewegen könnten, identifizierte ihr Kollege Arndt Kohn als den „Markenkern Europas“.

Bereits zwei Wochen vor dem Festakt hatten die Feierlichkeiten zum Goldjubiläum ihren Anfang genommen mit einer Ausstellungseröffnung zur Geschichte der Partnerschaft und mit Werken von Künstlern aus allen drei Ländern im Bergfried. Für vier Tage reisten jetzt die Gäste aus beiden Ländern an. Einen Tag lang diskutierten sie zu europäischen Themen, besichtigten die Ausstellung und unternahmen eine Fahrt mit der Selfkantbahn.

Dem Festakt ging ein ökumenischer Gottesdienst in der Kreuzkirche voraus, der vom Quartettverein Myhl unter der Leitung von Alexandra Hillebrands musikalisch gestaltet wurde. Mit bretonischer Musik begeisterte das Trio An Erminig beim Festakt. Ihm folgte am Abend ein Bürgerfest mit französischen Chansons von Jean-Claude Séférian und seiner Band, mit einer Lichtshow und Fotos aus Wassenberg und Pontorson, mit Zaubereien von Jean Olivier sowie mit einer Lichtjonglage und einer Feuershow von René Albert. Am Sonntagvormittag traten die Gäste aus beiden Partnerstädten dann mit vielen neuen Eindrücken aus Wassenberg wieder ihre Heimreise an.

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