Wassenberg: SPD zieht wieder mit Hermann Thissen ins Rennen

Kommunalwahl in Wassenberg : SPD zieht wieder mit Hermann Thissen ins Rennen

Mit Hermann Thissen aus Birgelen, derzeit Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wassenberg und zweiter stellvertretender Bürgermeister, ziehen die Sozialdemokraten erneut in den Wahlkampf für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr.

Im Mai 2014 hatte er 35,6 Prozent der Stimmen erzielt und war Manfred Winkens (CDU), der 58,7 Prozent auf sich vereinigen konnte, unterlegen. In einer eigens für die Kandidatenaufstellung einberufenen Versammlung votierten von den 17 stimmberechtigten Mitgliedern 13 für ihn und zwei gegen ihn. Zwei weitere Mitglieder enthielten sich.

Einer umfassenden Präsentation vor der Wahl stellte Thissen seinen Lebenslauf voran. Er wurde 1962 geboren, macht 1977 seinen Hauptschulabschluss und absolvierte eine Lehre zum Bohrwerkdreher. Dem Erwerb der mittleren Reife folgte eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten beim Bundesgrenzschutz (BGS). Er war zunächst im Flugdienst tätig, schloss dann sein Studium der Polizeiführungswissenschaften mit Diplom ab. Nach einem weiteren Einsatz am Flughafen Düsseldorf ist er seit 2012 als Polizeifachlehrer für Recht und Verwaltung an der Bundespolizeiakademie tätig. Thissen ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seine Hobbys sind Fitness, Camping und die Modelleisenbahn. Zudem ist er Privatpilot. In Birgelen ist er unter anderem Mitglied in der Feuerwehr und in der Schützenbruderschaft.

„In Wassenberg muss die SPD sich überhaupt nicht verstecken“, erklärte Thissen mit einem Blick auf die Bundesebene. „Die Bundespolitik müssen wir rauslassen, damit können wir nicht punkten.“ Nach seiner frühen Legitimation gelte es nun, „Klinken zu putzen“, um die voraussichtlich 18 Wahlbezirke auch mit Kandidaten besetzen zu können. Das SPD-Ergebnis von 2014 bezeichnete er als „Bombenerfolg“, mit einem Zugewinn von 14 Prozent, dem Gewinn von vier Direktmandaten und der Erhöhung von acht auf 11 Sitzen im Stadtrat.

Kritik an der Kommunalpolitik der CDU-Mehrheit übte er anhand mehrerer Beispiele, darunter aktuell die Problematik des Durchgangsverkehrs auf dem nur für Anlieger freien Heesweg oder in Bezug auf den Radweg am Elsumer Weg, dessen Weiterführung Richtung Effeld der Stadtrat abgelehnt habe. Er trete an, damit es künftig vernünftige Beschlussvorlagen im Stadtrat gebe, „damit der Unsinn aufhört“, erklärte er. „Mir bleibt da regelmäßig die Sprache weg.“

Gefallen lassen musste sich Thissen in der anschließenden Diskussion die Frage, wie er denn die Informationen, mit denen er die Anwesenden hätte überzeugen können, auch nach außen kommunizieren wolle. „Die sind in vier Jahren nicht nach außen gedrungen“, so die Kritik. Der ehemalige Stadtdirektor Walter Windeln forderte in diesem Zusammenhang, unbedingt die eigene Zeitung „Richtig belichtet“ wieder aufleben zu lassen. Durch die persönliche Verteilung sei früher eine wertvolle Kommunikation mit den Bürgern zustande gekommen.

„Die SPD gilt nicht mehr als Kümmerer!“, betonte Windeln. Fraktionsvorsitzende Heike Simons mahnte eine bessere Zusammenarbeit von Ortsvereinsvorstand und der Fraktion an. „Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Ortsverein einen Antrag stellt, wenn es eine funktionierende Fraktion gibt“, bemängelte sie.

(anna)