Tradition: Wallfahrt diesmal ohne Marientracht

Tradition : Wallfahrt diesmal ohne Marientracht

Viele Pilger, die in diesem Jahr wieder zum Abschlussgottesdienst der Wallfahrt zur Muttergottes nach Ophoven gekommen waren, hätten gerne an der traditionellen Marientracht teilgenommen. Dabei wird die aus dem 14. Jahrhundert stammende Lindenholz-Figur von Offizieren der Marianischen Schützenbruderschaft vor dem Gottesdienst in feierlicher Prozession durch den kleinen Ort getragen.

In diesem Jahr musste die Prozession mit der Muttergottes jedoch leider ausfallen. Mit dieser Entscheidung war Pfarrer Thomas Wieners dem Rat von Restaurator Lutz Sankowsky aus Euskirchen gefolgt, der bei seiner aktuellen Arbeit an der aus sechs Holzstücken zusammengesetzten Figur einen Holzwurmbefall und Schwindrisse diagnostiziert hatte. Doch das Team der Ophovener Gemeinde wusste sich zu helfen. Wenn die Madonna nicht mit den Menschen durch den Ort ziehen sollte, dann könnten die Menschen doch zu ihr gehen, so die Überlegung, der alle folgten. So zog die kleine Prozession einmal um den Friedhof herum, durch die normalerweise verschlossene Seitenpforte in die kleine Kirche hinein und durch die andere wieder hinaus, wobei jeder Pilger die Gelegenheit nutzen konnte, seine Anliegen der Muttergottes zu übergeben, die ihren angestammten Platz an der Seite des Altarraums in der Kirche behielt.

Fotografie oder Kopie der Statue

Im Pfarrgarten war dann dieses Mal nur eine Fotografie der Muttergottes aufgestellt. Nun müsse man überlegen, wie es weitergehen könne, erklärte Wieners am Ende der Messe im Pfarrgarten. Man könne künftig ganz ohne Maria durch den Ort ziehen, eine Fotografie in der Prozession mitnehmen oder dafür eine Kopie der Statue anfertigen lassen. Eine Pilgerin hatte da ganz spontan noch eine vierte Lösungsmöglichkeit parat, hatte ihr doch die kleine Prozession durch die Kirche gefallen: „Wie et hüt woar, woar et doch joot“, erklärte sie unüberhörbar.

„Und er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu!“ (Offb. 21) lautete das Thema des Abschlussgottesdienstes, der von den Chören der Pfarrei St. Marien musikalisch begleitet wurde und bei dem insbesondere dem Ophovener Paul Dammers gedacht wurde, dem die Organisation der Wallfahrt immer ein ganz besonderes Anliegen gewesen sei, wie Wieners betonte.

Prediger des Gottesdienstes war Bruder Lukas Nünemann von der Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des Hl. Franziskus aus Aachen.

Taten sprechen lassen

Er ging in seiner Ansprache auch auf das Leitwort des Tages ein „Effata“, was so viel heißt wie „Öffne Dich“. Es sei wichtig, sich gute Worte sagen zu lassen, dann selbst gute Worte zu sprechen und dem gute Taten der Nächstenliebe erwachsen zu lassen“, erklärte er; sich immer wieder „anzetteln zu lassen“ von Gott zu „Taten der Liebe zwischen uns“. Man müsse das Neue sehen, „darauf hören, sprechen und in Taten der Liebe bezeugen.“

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