Waldfeuchterin gewinnt Weltmeistertitel im Schlittenhunderennen

Eiskalt : Iris Mauderer gewinnt Weltmeistertitel im Schlittenhunderennen

Iris Mauderer aus Waldfeucht hat den Weltmeistertitel in der Sprintkategorie mit sechs Hunden bei der Schlittenhunde-Weltmeisterschaft des Weltverbandes FISTC gewonnen.

Was für eine Teamleistung! Alleine wäre die 45-Jährige natürlich nicht Weltmeisterin geworden. Ihr Team, das sind sechs durchtrainierte Huskys, die sie auf einem Hightech-Schlitten durch die Winterlandschaft von Millegrobbe in Lavarone im Trentino in Italien gezogen haben.

In drei Rennläufen trat das Team Mauderer an drei Tagen gegen die Weltklasse im Schlittenhunderennen an. Ihre beiden aus Frankreich stammenden Konkurrenten Pierre Chappe und Jocelyn Combazard und ihre Hundeteams waren ebenfalls fit. Aber nicht fit genug.

Bereits am ersten Renntag ging Mauderer mit knapp einer Minute Vorsprung in Führung und wehrte die Angriffe des Franzosen und der Französin in einem verbissenen Rennen erfolgreich ab. Chappe griff derart engagiert an, dass einem seiner Vierbeiner sprichwörtlich die Puste ausging und er am dritten Renntag nur noch mit fünf Hunden starten konnte.

Da die drittplatzierte Französin Jocelyn Combazard bereits am zweiten Renntag fünf Minuten und 18 Sekunden in Rückstand geriet, hätte Mauderer entspannt den Gesamtsieg auf der zwölf Kilometer langen Rennstrecke nach Hause fahren können. Doch die Waldfeuchterin war in ihrem Element und nahm Chappe noch einmal eine Minuten und 25 Sekunden ab. Der enorme Gesamtvorsprung auf den Zweiten Chappe betrug schließlich insgesamt drei Minuten und 25 Sekunden.

Auf dem Siegertreppchen ganz oben: Iris Mauderer neben Pierre Chappe und der drittplatzierten Jocelyn Combazard (beide aus Frankreich) in Millegrobbe in Italien. Foto: Massimo Mazzasogni

Im vergangenen Jahr wurde Mauderer auf der gleiche Rennstrecke Europameisterin, jedoch in der Rennklasse mit vier Hunden. Iris Mauderer nimmt bereits seit 31 Jahren an den internationalen Wettkämpfen teil. Hierbei wurde sie bereits zwölfmal Deutsche Meisterin, dreimal Vizeeuropameisterin, zweimal Vizeweltmeister und einmal Europa- und nun Weltmeisterin.

Mauderer plant nun im kommenden Jahr den Aufstieg in die Acht-Hundeklasse und in 2021 den Angriff auf den Weltmeistertitel in der Königsdisziplin, der Kategorie Offen, mit zwölf Siberian Huskys. „Die Offene Kategorie wird zwar seit Jahren von männlichen Konkurrenten dominiert, weil sie mehr Kraft haben, aber ich bin überzeugt davon, dass mein Feeling zu meinen Vierbeinern und meine Technik im Schlittenfahren dies kompensieren“, sagt die Musherin, die in Waldfeucht lebt und trainiert.