Heinsberg-Waldenrath: Waldenraths Schützen nach rund 150 Jahren erstmals ohne König

Heinsberg-Waldenrath : Waldenraths Schützen nach rund 150 Jahren erstmals ohne König

Wie jedes Jahr fand Anfang Oktober die Herbstkirmes in Waldenrath statt. Dennoch war sie alles andere als gewöhnlich. Erstmals in der mehr als 150-jährigen Geschichte der St.-Petri-und-Pauli-Schützenbruderschaft Waldenrath gab es keinen Schützenkönig.

„Als sich abgezeichnet hat, dass niemand dieses Jahr bereit war, sich der Königswürde anzunehmen, habe ich gegen halb sechs abends den Vogelschuss für beendet erklärt“, erinnert sich Detlef Schuhmacher, Präsident der Schützenbruderschaft, an einen frühsommerlichen Tag im Mai zurück.

Als der König aus dem vergangenen Jahr angeboten habe, sich noch einmal als König zur Verfügung stellen zu wollen, sei Schuhmacher sehr dankbar gewesen, habe aber ebenso dankend abgelehnt. „Dann wollen wir uns auch nicht mit fremden Federn schmücken, nach alter Schützentradition endet die Königswürde mit dem Beginn des neuen Vogelschusses“, erklärte Schuhmacher.

Dennoch war die diesjährige Waldenrather Herbstkirmes ein voller Erfolg. „Zunächst einmal hatten wir in Simon Jansen einen tollen Schützenprinzen, der die Aufgaben eines Prinzen hervorragend gemeistert hat.“ Zudem fand im Rahmen der Kirmes der erste Waldenrather Bandcontest statt, der etablierten Bands und jungen Solokünstlern aus dem Kreis Heinsberg die Chance gab, sich zu präsentieren.

Alle Bands und Künstler hatten jeweils 40 Minuten Zeit, ihre eigenen oder gecoverten Lieder zu spielen. Anschließend durfte das Publikum den Gewinner mit Hilfe der vorher verteilten Stimmzettel bestimmen. Dabei überzeugte die Band „13 Steps to Cellar“ aus Schierwaldenrath mit ihren rockigen Melodien und erhielt die meisten Stimmen.

„Selbst der Zeltwirt war erstaunt, dass so viele musikbegeisterte Waldenrather den Weg ins Festzelt gefunden haben. Wir durften knapp dreihundert Besucher willkommen heißen“, freute sich Detlef Schumacher.

Diesem gelungenen Abend folgte einen Tag vor der deutschen Einheit der große Umzug, bei dem über 200 Mitglieder der Schützenbruderschaft, des Musikvereins und des Trommlerchors durch den kleinen Ort zogen.

Nach der Parade vor der Kirche St. Nikolaus endete die ungewöhnliche, aber ebenso erfolgreiche Herbstkirmes nicht mit dem klassischen Königsball, sondern mit einem bunten, musikalischen Abend im Zelt.