Waldenrather haben noch einmal nachgebessert

Kunstrasenplatz : Waldenrather haben noch einmal nachgebessert

Mängel beseitigt, und doch gibt es noch Klärungsbedarf. So lässt sich kurz die Situation des Kunstrasenplatzes des SV Viktoria Rot-Weiß Waldrenrath-Straeten beschreiben, der in der jüngsten Sitzung des Heinsberger Sportausschusses noch einmal auf der Tagesordnung stand.

Im November 2018 hatten Vereinsvertreter ihren neuen, Mitte Oktober eröffneten Platz den Ausschussmitgliedern vorgestellt. Doch da galt es noch Mängel zu beseitigen, bis Ende März dieses Jahres.

Deren Krux liegt in einer DIN-Norm begründet, welche die Maße der Flächen rund um ein Spielfeld bestimmt. Da gibt es zum einen die Sicherheitszone, darüber hinaus aber noch einen sogenannten hindernisfreien Raum. Nun hatte der Kunstrasenplatz die Sicherheitszone quasi schon inklusive. „Darüber hinaus haben wir uns den örtlichen Gegebenheiten angepasst“, sagt Vorsitzender Michael Scheeren. Diese reichten jedoch nicht aus für den hindernisfreien Raum, den ein Fußballplatz zusätzlich benötigt. „Der Sicherheitsabstand beträgt an der Längsseite einen Meter und an der Stirnseite zwei Meiter“, so Scheeren. Der zusätzlich zu schaffende hindernisfreie Raum betrage dann jedoch nochmals einen Meter an der Längs- und zwei Meter an der Stirnseite, also insgesamt zwei bzw. vier Meter.

Diese Maße hatte der Platz in Waldenrath nur an einer Längsseite zu bieten, nämlich da, wo eine Laufbahn am Platz vorbeiführt. An den anderen drei Seiten mussten die Ehrenamtler dann noch einmal ran. Die Barrierestangen für die Zuschauer mussten an der anderen Längs- und an der vorderen Stirnseite nach außen verrückt werden. An der hinteren Seite musste zudem die aus großen, 1,30 Meter hohen L-Steinen gebaute Mauer als Abgrenzung zum dortigen Nebenplatz, genannt Bolzplatz, verrückt werden. „Wir haben uns nur kurz aufgeregt, uns mal geschüttelt und dann noch einmal angepackt“, sagt Scheeren. Da die Stadt dem Verein das Baurecht übertragen habe, sei man halt in der Pflicht gewesen. „Dennoch sind wir auch weiterhin wahnsinnig stolz auf das, was wir da geschaffen haben“, betont der Vorsitzende. „Das ist einmalig!“

Und doch gibt es noch immer einen Punkt, der nicht geklärt ist. Dabei geht es um den sogenannten Sportplatzpflegevertrag, den die Stadt mit dem Verein für die beiden Plätze in Waldenrath und Straeten sowie für den Nebenplatz in Waldenrath  hat. Eigentlich laufe dieser Vertrag noch zehn Jahre, so der Vorsitzende. Aber die Stadt wolle diesen Vertrag jetzt aufheben und dem Verein einen neuen anbieten. Um die Situation zu klären, gibt es in der kommenden Woche einen Gütetermin beim Landgericht in Aachen.

Bürgermeister Wolfgang Dieder (CDU) erklärte dazu in der Sitzung, dass Stadt und Verein derzeit unterschiedlicher Auffassung seien, wie der Vertrag nach der Umwandlung des Waldenrather Platzes von Rasen in Kunstrasen auszulegen sei. Friedbert Görtz, Leiter des Schul-, Kultur- und Sportamtes, erläuterte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass für die Stadt in dieser Hinsicht ein Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 maßgeblich sei, der Betrieb und Nutzung von Sportaußenanlagen betreffe. Demnach hat ein Verein, der einen Kunstrasenplatz hat, die Pflege dieser Anlage selbst zu übernehmen.