Vortrag im Bildungshaus Heinsberg: Wirtschaft konkurrenzfähig erhalten

Vortrag im Bildungshaus : Wirtschaft konkurrenzfähig erhalten

„Zuwanderung effektiv nutzen – Vielfalt in Unternehmen“, war eine Informationsveranstaltung überschrieben, zu der das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Heinsberg Unternehmer ins Bildungshaus nach Heinsberg eingeladen hatte.

„In Zeiten des Fachkräftemangels ist es dem Kreis Heinsberg ein wichtiges Anliegen, allen jungen Menschen, also auch den jungen Menschen mit Migrationshintergrund, eine berufliche Zukunft zu garantieren und gute Fachkräfte für Betriebe zu gewinnen“, erklärte Landrat Stephan Pusch in seiner Begrüßung zur Zielsetzung der Veranstaltung. Zugewanderte würden jedoch kaum Aussicht auf eine langfristige Beschäftigung haben, wenn sie nicht entsprechend qualifiziert seien oder würden. „Denn nur mit entsprechend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bleibt unsere Wirtschaft zukunfts- und konkurrenzfähig“, betonte er.

In der aktuellen Situation ergäben sich jedoch nicht nur für die Menschen mit Migrationshintergrund viele Fragen. „Auch die Unternehmen wissen oft nicht, was die Einstellung von Zugewanderten mit sich bringt.“ Ziel der Veranstaltung sei daher, Informationen zu bestehenden Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zu geben. „Gleichzeitig sollen auch Ängste, Vorbehalte und Vorurteile abgebaut werden“, so Pusch.

Moderiert wurde der weitere Verlauf der Veranstaltung von Sarah Kehne. Sie war zusammen mit ihrem Kollegen Constantin Bräunig vom Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtling aus Berlin nach Heinsberg gekommen. Das Netzwerk sei zwar vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag gegründet worden, sei aber für alle Branchen offen und zähle derzeit knapp 2000 Mitglieder, so Kehne. Die Mitgliedschaft in der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Organisation sei kostenfrei. Sie begleite interessierte Unternehmen bei allen Schritten in diesem Bereich, von der Kontaktaufnahmen über die Ausbildung bis hin zur praktischen Unterstützung im Arbeitsalltag. Zudem biete sie ganz praktisch im Internet (www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de) sogenannte Webinare an.

Über Beratungsmöglichkeiten vor Ort informierte Volker Eßer, Teamleiter Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Derzeit gebe es in diesem Bereich rund 8.500 arbeitssuchende Menschen mit Flüchtlingshintergrund, sagte er, davon 25 Prozent im Kreis Heinsberg. Insgesamt 17 Vermittler seien aktiv, um die Arbeitgeber zu beraten, die bereit seien, diese Menschen in ihren Unternehmen einzustellen. Eßer ging noch einmal auf die unterschiedlichen Personenkreise und deren Status ein. Er verdeutlichte die Beratungsangebote vor und während Ausbildung oder Beschäftigung anhand unterschiedlicher Beispiele.

In einer anschließenden Diskussionsrunde sprachen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über ihre ganz persönlichen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich, dass bei der Ausbildung Probleme weniger in der täglichen Praxis im Betrieb als vielmehr in der schulischen Ausbildung auftauchen und oft mit noch nicht ausreichenden Sprachkenntnissen verbunden sind.

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