AOK-Gesundheitsreport: Von „Warnzeichen“ bis zu Worten des Lobes

AOK-Gesundheitsreport : Von „Warnzeichen“ bis zu Worten des Lobes

Im AOK-Gesundheitsreport 2018 — am Montag bei einem Pressegespräch in Heinsberg vorgestellt — hat ­Regionaldirektor Heinz Frohn, der sich eine Erhöhung der Gesundheitskompetenz auf seine Fahnen geschrieben hat, „Nachholbedarf“ ausgemacht bei dem alle zwei Jahre möglichen Check-up 35 für Männer.

Denn: In den Jahren 2015 und 2016 ist dieser Check-up im Kreis Heinsberg nur von 43,8 Prozent aller Männer im Alter von 35 bis 64 Jahren in Anspruch genommen worden; der Rheinland-Durchschnittswert liegt bei 46,1 Prozent. Bei den Frauen ist der Wert im Kreis Heinsberg zwar mit 51,4 Prozent wesentlich höher, doch auch er liegt unter dem Rheinland-Schnitt von 54,9 Prozent.

Ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck: Bei diesen Diagnosen liegt der Kreis Heinsberg in der AOK-Statistik mit den Zahlen für 2016 rheinlandweit ganz vorne — in negativer Hinsicht — mit den höchsten Quoten Betroffener im Verhältnis zur Gesamtzahl der Versicherten. Bei der Suche nach den Ursachen will der AOK-Regionaldirektor ebenso mit Medizinern ins Gespräch kommen wie bei der Frage, warum die Allergiequote bei Kindern und Jugendlichen mit 23,0 Prozent relativ hoch ist.

Als „Warnzeichen“ bewertete Frohn den überdurchschnittlich hohen Wert von Adipositas-Fällen, sprich Fettleibigkeit, bei Kindern (7,1 Prozent). Die AOK kümmere sich um dieses Thema. Die Zahlen würden mahnen, „dass wir da nicht nachlassen in unseren Bemühungen“. Mit Medizinern besprechen will Frohn auch die 27,7-Prozent-Quote von Antibiotika-Verordnungen bei Atemwegsinfektionen. Nur in ­Wuppertal und Mönchengladbach ist der Wert höher.

88,5 Prozent der Schlaganfall-Patienten aus dem Kreis Heinsberg sind 2016 nach der Notfallfahrt in einer Stroke-Unit behandelt worden. Gemessen daran, dass erst Ende 2014 eine solche spezielle Abteilung im Erkelenzer Krankenhaus ihren Betrieb aufgenommen hat, sei diese Quote über dem Rheinland-Schnitt von 87,7 Prozent schon „ein toller Wert“, stellte der AOK-Regional­direktor anerkennend fest.

Die Tatsache, dass bei der Wahrnehmung einer neurologischen Frührehabilitation die Quote für Schlaganfall-Patienten aus dem Kreis Heinsberg mit 26,6 Prozent weit über der jeder anderen Region im Rheinland liegt, wertete Frohn als Zeichen dafür, dass die Sozialen Dienste der Krankenhäuser die Patienten nicht alleine lassen würden, wenn es um die Nachbehandlung geht. Wie Frohn überhaupt die gute Zusammenarbeit der Krankenhäuser im Kreis untereinander lobte. „Das ist nicht überall so.“

Zudem stellte unter Verweis auf die gut strukturierte Krankenhaus-Landschaft im Kreis Heinsberg fest, es gebe weder eine Unterversorgung noch eine Notwendigkeit zur Diskussion über einen Bettenabbau.

Was von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffene Patienten angeht, gab es im Kreis Heinsberg 2016 nur 56,2 Fälle je 1000 AOK-Versicherte mit COPD, in denen eine notfallmäßige Krankenhausbehandlung erforderlich wurde (Rheinland: 70,1 Fälle). Dies zeige, so Frohn, dass die Patienten gut eingestellt seien und die ambulante Versorgung gut sei. Auch die Quote von Wiedereinweisungen ins Krankenhaus falle da mit 8,5 Prozent vergleichsweise niedrig aus.

Aus einer Analyse zum „gesunden Start ins Leben“ leitete der AOK-Direktor den Bedarf an zusätzlichen ambulanten Hebammen im Kreis Heinsberg ab, denn 54,8 Neugeborene kämen hier auf eine Hebamme; rheinlandweit seien es nur 40.

Großes Lob zollte Frohn Kreis, Kinderärzten und Eltern für die hohe Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungen U1, U2, U3 und U4. Da sei der Kreis Heinsberg „top“.

(disch)
Mehr von Aachener Nachrichten