Roxy Kino Heinsberg: Vom Dritten Reich über die DDR zur BRD

Roxy Kino Heinsberg : Vom Dritten Reich über die DDR zur BRD

Die Evangelische Erwachsenenbildung Jülich zeigt in Zusammenarbeit mit dem Roxy-Kino Heinsberg den Fiilm „Wer ohne Autor“. Das dreistündige Epos stemmt einen Erzählbogen von 1937 bis 1966, mit Stationen im Dritten Reich, der DDR und der BRD.

Im Zentrum der Handlung steht der angehende Maler Kurt Barnert. Ende der 1930er-Jahre muss er als kleiner Junge mit ansehen, wie seine an Schizophrenie erkrankte Tante Elisabeth zu Hause abgeholt und in eine Psychiatrie zwangseingeliefert wird.

Tante Elisabeth hat Kurt mit ins Museum genommen und sie hat durchaus Einfluss auf Kurts Charakterbildung. Sie ermuntert den Neffen zum Malen und gibt ihm zwei Prämissen mit auf den Lebensweg: „Sieh niemals weg“ und „Alles, was wahr ist, ist schön“. Der Film erzählt, was mit Tante Elisabeth geschehen wird und welche Wirkung sie in Kurt Barnert Leben hinterlässt. In der Psychiatrie trifft sie auf Prof. Seeband, der über ihr Schicksal bestimmen kann.

Das Schicksal der Tante und die Kriegsschrecken prägen das Leben Kurts. Nach dem Krieg wird Kurt sich als junger Mann mit seiner künstlerischen Veranlagung in der DDR zurechtzufinden müssen. Und er hat Erfolg. In den 1950er Jahren erhält der nun Anfang 20-Jährige einen Studienplatz an der Kunstakademie. Der sozialistische Realismus gibt den Ton an. Daran hat er sich zu orientieren. Hier lernt er die Studentin Ellie kennen, die seiner toten Tante zum Verwechseln ähnelt. Für uns als Zuschauer*in interessant, ihr Vater ist Prof. Seeband, der einen so bedeutenden Einfluss auf das Schicksal von Kurts Tante Elisabeth hatte. Aber Kurt weiß ja nichts von diesen Zusammenhängen. Irgendwann fällt dann die Entscheidung in den Westen zu gehen. Und hier steht Kurt wie in einer anderen Welt. Was für ein Sprung für einen Künstler – von der Welt des realen Sozialismus in die Welt an der Kunstakademie in Düsseldorf mit Joseph Beuys als Professor. Hier experimentiert alles. Was für ein Weltensprung für Kurt. Allein dieser Erzählstrang ist schon bemerkenswert und ein faszinierender Beitrag in unserer Themenreihe ‚Der Mensch in die Welt gestellt‘. Doch daneben entwickelt sich auch Kurts Geschichte mit Elli und Prof. Seeband weiter.

Ohne Länge und Stillstand

Trotz Überlänge wirkt das Kinodrama bündig erzählt, ohne Längen, Stillstand oder Wiederholungen. Der groß angelegte Plot führt somit durch drei Epochen und drei politische Systeme. Er sucht und findet die historischen Verbindungslinien und die zeitlosen Aspekte des Stoffs in privaten, vielgestaltigen Personenkonstellationen.

Der Film wird am Donnerstag, 15. August, im Roxy Kino, Hochstraße 95 in Heinsberg, gezeigt. Auskunft und Anmeldung unter 02452/ 9243600 oder www.roxy-heinsberg.de zu richten. Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung lädt zum anschließenden Nachgespräch ein.