Viel Beifall für die Majestäten beim Bezirksschützenfest in Kempen

Bezirksschützenfest : Viel Beifall für die Kempener Majestäten

Bei Kaiserwetter starteten die Schützen der Kempener Bruderschaft St. Katharina und St. Josef auch in den dritten Tag des Bezirksschützenfestes, das sie für den Bezirk Heinsberg im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ausrichteten.

Nachdem sie schon den Heimatabend und die kölsche Nacht überaus beeindruckend sozusagen über die Bühne gebracht hatten, gab es für sie allseits auch viel Lob für die Organisation des letzten Festtages mit Feldandacht für mehr als 20 Bruderschaften und Musikgruppen und einem anschließenden Festzug.

Im Mittelpunkt standen dabei neben dem Kempener Königspaar Josef und Annette Goertz natürlich die beiden Bezirksmajestäten, Bezirkskönigin (Kleinkaliber) Iris Knück von der Bruderschaft St. Martini Schafhausen und Bezirkskönig (Armbrust) Pieter Colbers von St. Johannes Baptist Waldfeucht mit ihren Begleitern. Sie führten auch den Zug an, der sich zusammen mit den Ehrengästen zunächst Richtung Festwiese bewegte, wo die übrigen Bruderschaften bereits zur Feldandacht angetreten waren. Hier begrüßten Bezirksbundesmeister Hans-Peter Goertz, Bezirkspräses René Mertens und der Kempener Präses Peter Derichs die Schützen und Besucher.

In seiner kurzen Ansprache richtete Mertens einen flammenden Appell an alle Schützen. „Wir leben in Zeiten, in denen populistische und faschistische Worte wieder die Runde machen und salonfähig werden“, erklärte er. „Wir leben in Zeiten, wo vieles im Umbruch ist und wo wir als Schützen umso mehr herausgefordert sind.“ Es gelte für die Schützen, mitzubauen an einer menschlichen Welt voller Respekt und Wohlwollen, voller Anerkennung und Miteinander. „Mit- und füreinander sind wir berufen einzustehen, wenn wir unseren Wahlspruch für Glaube, Sitte und Heimat mit Leben füllen“, betonte er.

Nach der Andacht zog dann für eineinhalb Stunden ein nicht enden wollender Lindwurm aus Schützen und Musikern durch den Ort. Tausende Menschen waren gekommen, die eng gedrängt am Straßenrand standen und den Schützen quasi pausenlos applaudierten. Viele Nachbarschaften hatten sich mit Kaffee und Kuchen bei dem Wetter gleich ihren Logenplatz im Vorgarten gebaut. Andere Kempener Vereine hatten sich getroffen, um so das Engagement der Schützen ebenfalls in Zuschauergruppen zu würdigen. Eindrucksvoll war dann schließlich auch der Vorbeimarsch am Alten Chörchen, den der Bezirksvorstand und die Bezirksmajestäten sowie die Kempener Majestäten auf einer eigens gebauten Bühne abnahmen.

Seinen Abschluss fand das Fest im großen Zelt am Marktplatz. Viel Applaus heimsten hier eine Fahnenschwenker-Gruppe und das Kempener Bundestambourcorps für ihre Vorträge ein. Bestaunt wurde von den Gästen auch das riesige, 23 Meter breite und fast fünf Meter hohe Bühnenbild mit überdimensionalen Fotografien Kempener Sehenswürdigkeiten, das Hans Stamm gemeinsam mit den Geschwistern Anna Petra und Achim Thomas geschaffen hatte. Höhepunkt des Nachmittags war ein gemeinsames Foto der großen Königs- und Kaiserfamilie des Bezirks und der gemeinsame Walzer aller Paare. Als Überraschung konnte Kempens Präsident danach allen nicht nur einen Blumenstrauß überreichen, sondern auch als bleibende Erinnerung an den Besuch in Kempen ein schon gerahmtes Foto.

Als einen „starken Beweis“ für Glaube, Sitte und Heimat würdigte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers das Fest nach seiner Teilnahme am Festzug. „Es war wunderschön“, verabschiedete sich auch Bezirkskönigin Iris Knück. „Das war eine durchweg gelungene Veranstaltung“, lobte sie Heimatabend, Kölsche Nacht und den Festzug am Sonntag. „Vielen Dank für dieses tolle Bezirksschützenfest in Rurkempen!“

(anna)
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