Viel Beifall für das Programm "Lieder und Gott und die Welt"

Konzert in St. Gangolf : Musikalische Reise durch die Jahrhunderte

„Vergiss mein nicht: Lieder und Gott und die Welt“ hatten die beiden Sängerinnen Susanne Peschen (Sopran) und Monika Schumacher (Mezzosopran) ihr gemeinsames Konzert mit Regionalkantor Winfried Kleinen (Orgel/Klavier) überschrieben.

Mit der Auswahl der Stücke und mit deren Präsentation trafen sie voll den Geschmack der „Freunde guter, ansprechender, geistlicher Musik“, wie sie Propst Markus Bruns im Namen von Kirchengemeinde und Kulturgemeinde der Stadt Heinsberg in der Kirche St. Gangolf begrüßt hatte.

Großer Beifall war ihnen am Ende gewiss, hatten sie ihre Zuhörer doch mitgenommen auf eine wunderbare Reise durch die Jahrhunderte und unterschiedliche Musikstile. Im Duett begannen die beiden Sängerinnen diese Reise im 16. Jahrhundert mit zwei Liedern von Heinrich Schütz (1585-1672): „Habe deine Lust an dem Herren“ und „Eins bitte ich vom Herren“. Beide hatten dann für sich ein Lied von Johann Sebastian Bach (1685-1750) aus Schemellis Gesangbuch ausgewählt. „Vergiss mein nicht, mein allerliebster Gott“, sang Monika Schumacher. Susanne Peschen trug „Mein Jesu, was für Seelenweh“ vor.

Weiter ging es mit einer Vertonung des Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736). Wieder im Duett sangen beide von der Mutter, die ihren Sohn beweint (Stabat mater dolorosa) und von der Hoffnung auf das Paradies (Quando corpus morietur).

Später beeindruckten beide auch mit zwei Stücken von dem noch lebenden Komponisten Karl Jenkins, der das mittelalterliche Gedicht, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Jesus als zentralen Inhalt hat, ebenfalls vertonte. Besonders beeindruckend war dabei das à capella von Monika Schumacher vorgetragene „Incantation“. Susanne Peschen sang, wieder vom Klavier begleitet, das „Lament“.

Dazwischen eingebettet hatten die Musiker drei Stücke aus dem Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Dem modernen Jenkins folgte, wieder zurück am Anfang des 20. Jahrhunderts, eine Vertonung von Marice Ravel (1875-1937) des Kaddischs, das eines der wichtigsten Gebete des Judentums ist. Nicht minder beeindruckend waren die drei folgenden Stücke, allesamt Vertonungen des Vaterunser, aus dem Jahr 1977 von Maurice Duruflé in Französisch, aus dem Jahr 2005 von Arvo Pärt in Deutsch und aus dem Jahr 2011 aus der Jazzmesse von Johannes Matthias Michel in Lateinischer Sprache.

Mit einem Spiritual verabschiedeten sich die drei „Eigengewächse“, wie sie Propst Markus Bruns in seiner Einleitung genannt hatte. „Deep River“ sangen sie in Kombination mit „We Gather at the River“ (Robert Lowry, Lloyd Larsen) und fügten ob des großen Beifalls für ihr Konzert als Zugabe „If I Can Help Somebody“ hinzu.

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