VHS-Meisterkonzert: Viel Beifall beim Start in die neue Saison

VHS-Meisterkonzert : Viel Beifall beim Start in die neue Saison

Mit der Berliner Camerata ist die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg am Montagabend in der Erkelenzer Stadthalle in die neue Saison der Meisterkonzerte gestartet. Die jungen Musikerinnen und Musiker brachten in schon vollendet zu nennender Form Werke von Mieczyslaw Karlowicz, Frédécic Chopin und Edvard Grieg zu Gehör. Langeweile war in dem mehr als zweistündigen Konzert ein Fremdwort.

Die Berliner Camerata wurde 2009 von der Geigerin Olga Pak gegründet und hat sich seitdem international durch Gastspiele in renommierten Konzerthäusern einen Namen gemacht. Die aus aller Welt stammenden Musikerinnen und Musiker begeistern durch ihre Frische, ihre individuellen Qualitäten und ein harmonisches Zusammenspiel. Zum Repertoire gehören vorzugsweise Werke des Barock, der Wiener Klassik und der frühen Romantik; aber sie tun sich auch hervor durch Uraufführungen moderner Musik.

Das Konzert begann mit der Serenade für Streichorchester op. 2 des hierzulande kaum bekannten polnischen Komponisten Mieczyslaw Karlowicz. Der 1876 geborene und 1909 durch eine Lawine ums Leben gekommene Musiker schaffte den Anschluss an die Moderne und ließ sich vor allem durch Richard Wagner und Richard Strauss inspirieren. Sein Versuch, die polnische Musik ins Heute zu führen, brachte einen Kritiker zu dem Urteil, er habe die Musik „von der Romantik befreit und aus den Fesseln eines starren Konservatismus und sie durch neue emotionale Elemente bereichert“. Und diese Suche nach Neuem auf der Grundlage des Alten war auch durch die Vermischung verschiedener Stile zu spüren.

Einen kaum zu steigernden Musikgenuss gab es beim Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 von Frédéric Chopin. Da brillierte der Luxemburger Pianist Jean Muller, der schon mit sieben Jahren die ersten Chopin-Etüden spielte. Die internationalen Preise des Künstlers sind kaum zu zählen; er ist in allen großen Konzerthäusern der Welt zu Hause. Und in dem Klavierkonzert konnte er seine volle Virtuosität entfalten, die wohl an die Grenzen des überhaupt Spielbaren ging. Dabei gab er einerseits die großen Linien des Werkes vor, dominierte aber nicht den Gesamteindruck und konzertierte in voller Harmonie mit der Camerata. Nach den Blumen gab es noch als Zugabe eine träumerische Musik von Chopin.

Wie ein ganz großes Orchester

Nach der Pause folgte von Edvard Grieg das Streichquartett Nr. 1 g-Moll op. 27 in der Fassung für Streichorchester. Dabei erweckte die Berliner Camerata wie schon vorher den Eindruck, dass nicht ein Kammerorchester musizierte, sondern ein ganz großes Orchester. Das Hauptmotiv des Werkes stammt aus einer Liedvertonung von Henrik Ibsen, in der schweifende Fantasie sich mischt mit feurigen und rastlosen Elementen, aber auch mit Zartheit und Melancholie. Die einzelnen Instrumente können voll ihre Klangfarbe entfalten, ohne dabei die Gesamtharmonie zu unterbrechen.

Nach allen Werken gab es langanhaltenden Beifall des Publikums, das dieses außerordentliche Konzert dankbar angenommen hatte. Natürlich durften ganz am Ende Blumen für die erste Geigerin nicht fehlen. Und der Applaus rief die Berliner Camerata mehrere Male auf die Bühne zurück.(ulla)

Mit Tal & Groethuysen wird der Reigen der Meisterkonzerte 2018/2019 fortgesetzt. Tal & Groethuysen sind laut Kritikermeinung eines der weltbesten Klavierduos. Speziell für das Meisterkonzert in am Montag, 8. Oktober, um 20 UIhr in der Erkelenzer Stadthalle haben sie ein Programm zusammengestellt, das von Mozart bis Debussy reicht. Das Konzert, das an zwei Flügeln gespielt wird, ist gleichzeitig Teil des regionalen Festivals „Klavier entlang der Rur“, das die Volkshochschule gemeinsam mit dem Verein Con brio und der Jugendmusikschule Heinsberg veranstaltet.

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