IG Kinderkrebshilfe Ophoven: Vereinsarbeit für die Ewigkeit sichern

IG Kinderkrebshilfe Ophoven : Vereinsarbeit für die Ewigkeit sichern

Wenn vom Erben die Rede ist, dann denken die meisten Menschen an den Vermögensübergang von einer Generation an die nächste. Doch es gibt auch Menschen, die mit ihrem Vermögen am Ende ihres Lebens noch einmal Gutes für Fremde bewirken möchten.

Und so staunten auch die Mitglieder der IG Kinderkrebshilfe Ophoven nicht schlecht, als sie Ende 2017 erfuhren, dass eine wohlhabende Wassenberger Unternehmerin, das Geld, das sie zu Lebzeiten gespart hat, nach ihrem Tod der Interessengemeinschaft vermacht hatte. „Da es sich um ein größeres sechsstelliges Vermögen handelte, war es der einstimmige Wunsch der Interessengemeinschaft, eine Stiftung zu gründen und so die Arbeit der IG auch in Zukunft zu sichern und das neue Vermögen ‚auf ewig‘ zusammenzuhalten“, erzählt Wiljo Caron, Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft.

Immerhin finanzieren Stiftungen das, was sie tun, aus den Kapitalerträgen ihres Vermögens. In der Niedrigzinsphase ist das kein einfaches Unterfangen, dennoch bleibt das Vermögen bestehen und unangetastet. „Das ist nachhaltig, so kann in 50 oder 100 Jahren noch mit dem Geld dieser Wassenbergerin gearbeitet werden“, sagt Caron.

Dass es allerdings gar nicht so einfach ist, eine Stiftung zu gründen und das es vieles zu beachten gilt, lernten Caron und seine verbliebenen Mitstreiter dann in den Monaten nach der Testamentseröffnung. Es mussten zahlreiche Entscheidungen getroffen werden zu den Gestaltungsmöglichkeiten der Stiftung und darum, wie den besonderen Wünschen der Stifter Rechnung getragen werden kann.

An diesem Tag aber, an dem sich alle an der Stiftungsgründung beteiligten – von den Mitgliedern der IG, über den Geschäftsführer der Deutschen Stiftungsagentur, Jörg Martin, bis hin zum Steuerberater Martin Wilms und Stiftungsberater der Kreissparkasse, Richard Eßer – in der Kreissparkasse Heinsberg getroffen haben, aber haben die Vertreter der Interessengemeinschaft Caron, Werner von Helden, Horst Hoffmann, Hans-Paul Franke und Uwe Heldens allen Grund zum Strahlen: Das Vermögen aus dem Nachlass ist inzwischen komplett auf den Stiftungskonten bei der Kreissparkasse Heinsberg eingegangen. „Der eine odere andere, der von der Erbschaft gehört hat, fragte nämlich schon augenzwinkernd, wo das Vermögen abgeblieben ist“,  sagt Caron und betont: „Es ist eine sensible Sache mit dem Geld anderer Leute umzugehen. Da ist man noch gewissenhafter als mit dem eigenen Geld.“

Die gewohnte Arbeit der Interessengemeinschaft, das Tagesgeschäft, die schnelle und unbürokratische Soforthilfe, finanziert aus kleineren Spenden und Aktionen der Interessengemeinschaft, soll aber so fortgeführt werden wie bisher.  „In diesem Fall muss man die Stiftung und die IG trennen“, sagt Caron.

Die Kinderkrebshilfe Ophoven ist seit 1988 im Kreis Heinsberg aktiv, um an Krebs erkrankten Kindern und deren Familien helfen zu können. Insgesamt 5.091.155 Euro  hat die IG Kinderkrebshilfe Ophoven in der Zeit ihres Wirkens gesammelt – durch Spenden, aber auch durch eigene Aktionen wie die Reiseverlosung beim Weihnachtsmarkt oder den Adventsmarkt in Ophoven, über 25 Jahre Tausende Besucher anzog. „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen lieber vor Ort spenden als das Geld zur Deutschen Kinderkrebshilfe nach Bonn zu schicken. Die Menschen wissen nämlich, dass die Spenden den Kindern aus der Region, die meist im Aachener Klinikum behandelt werden, zugutekommen“, sagt Caron. Das geschehe zum Beispiel durch die Aktion „Wünsch dir was“, die kranken Kindern Herzenswünsche erfüllt. „Die sind für die Organisation zuständig – wir für das Bezahlen.“ Jörg Martin von der Deutschen Stiftungsagentur ist jedenfalls überzeugt: „Die Erblasserin wäre sicherlich sehr zufrieden, wenn sie wüsste, was aus ihrem Nachlass geworden ist.“

Caron hat übrigens nichts dagegen, wenn die Stiftung noch wächst. „Wir hoffen, dass dies nur das Startkapital war. Weitere Zustiftungen sind gerne erwünscht.“ Ab 200 Euro kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden.

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