Unwetter trifft Teile des Kreises Heinsberg heftig

Überschwemmungen : Unwetter trifft Teile des Kreises Heinsberg heftig

Das Unwetter trifft Hückelhoven und Teile von Heinsberg am Samstag besonders stark. Die Feuerwehr muss 160 Mal ausrücken. In Millich bleibt ein Autofahrer im Wasser „stecken“ und muss aus dem Pkw gerettet werden.

Überflutete Straßen, mit Hagel übersäte Wiesen und Feuerwehreinsätze am laufenden Band. Dieses Bild bot sich am Samstagnachmittag in weiten Teilen des Kreises Heinsberg. Wegen des Unwetters musste die Feuerwehr laut Kreisleitstelle rund 160 Mal ausrücken. Am schwersten betroffen waren nach Angaben der Leitstelle Hückelhoven und Heinsberg. Der Südkreis kam hingegen glimpflich davon.

Wie stark diese Orte stellenweise vom Unwetter getroffen wurden, verdeutlicht ein Einsatz der Feuerwehr Hückelhoven. In Millich war ein Autofahrer mit seinem Pkw an der alten Bahnunterführung in den Wassermassen steckengeblieben „und konnte das Fahrzeug aufgrund steigender Wasserhöhe nicht mehr eigenständig verlassen“, so die Feuerwehr Hückelhoven. Die Einsatzkräfte befreiten den Autofahrer und brachten ihn ans Ufer.

Insgesamt wurde die Feuerwehr Hückelhoven am Samstag ab 15.40 Uhr zu 50 Unwettereinsätzen gerufen. Gemeldet wurden überwiegend vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. „Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes lag die Unwetterzelle genau über dem Stadtgebiet Hückelhoven“, teilte die Feuerwehr mit. In Millich wurden dabei die meisten Schäden registriert.

Die Feuerwehr löste gegen 16.10 Uhr Vollalarm für die Feuerwehren im Stadtgebiet aus. Über die Einsatzmeldezentrale wurden alle eingehenden Einsätze gesichtet und nach Dringlichkeit an die Einsatzkräfte weitergeleitet, die bis etwa 22 Uhr weitgehend alle Einsätze abgearbeitet hatten.

In Heinsberg traf das Unwetter die Ortsteile Dremmen, Horst, Randerath und Porselen besonders schwer. Dort mussten nach Angaben der Feuerwehr Keller leergepumpt werden. Insgesamt habe es zehn bis 15 Einsätze im Heinsberger Stadtgebiet gegeben. Genauere Angaben lagen wegen eines technischen Problems in der Feuerwache gestern nicht vor. Zwei Keller mussten noch am Sonntagmorgen von der Heinsberger Feuerwehr ausgepumpt werden, die Hausbewohner hatten zunächst nicht bemerkt, dass ihre Keller vollgelaufen waren.

In Erkelenz war der kleine Ort Hoven besonders stark betroffen. Dort musste die Feuerwehr zehn Keller leerpumpen, sagte Stadtbrandinspektor Helmut van der Beek: „Die Ortsdurchfahrt stand 50 Zentimeter tief unter Wasser.“ Die Feuerwehr setzte Tauchpumpen ein, um das Wasser aus den Kellern herauszubefördern und reinigte später die überschwemmte Ortsdurchfahrt.

In Hückelhoven waren im Einsatz die Löscheinheiten Hückelhoven, Ratheim, Millich, Kleingladbach, Doveren, Baal, Rurich, Hilfarth und Brachelen mit rund 80 Einsatzkräften sowie 18 Einsatzfahrzeugen. In Erkelenz rückten die Einheiten Golkrath, Gerderath, Schwanenberg und Gerderhahn mit 38 Kräften zu 15 Einsätzen aus.

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