Heinsberg: Unfalltaucher der Heinsberger Feuerwehr für Badesaison gerüstet

Heinsberg: Unfalltaucher der Heinsberger Feuerwehr für Badesaison gerüstet

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt alljährlich an Badeseen oder auch an fließenden Gewässern die Unfallgefahr. Oftmals werden nach Badeunfällen Personen vermisst. Werden die Verunglückten nicht sofort aufgefunden, ist die Hilfe von Tauchern erforderlich. Eine der zahlreichen Aufgaben, die von den Rettungstauchern zu bewältigen sind, besteht nun darin, die Gewässer nach den verunglückten oder vermissten Personen zu erforschen.

„Zum Glück hatten wir im vergangenen Jahr keinen solcher Einsätze“, sagt nun Guido Funk, Leiter der Heinsberger Feuerwehrtaucher. Seit dem Jahre 1990 besteht diese Gruppe, die inzwischen 20 aktive Mitglieder zählt.

Dabei ist eine Grundvoraussetzung, dass alle Mitglieder der Gruppe aktive Mitglieder der Feuerwehr sind. „Weitere vier Mitglieder befinden sich gegenwärtig in der Ausbildung, so dass wir in absehbarer Zeit, nach dem Erlangen der entsprechenden Qualifikationen, sie als vollwertige Mitglieder in der Gruppe integrieren können“, sagt Gruppenleiter Funk.

Den Ernstfall proben

Ihr Quartier haben die Heinsberger Rettungstaucher bereits vor Jahren am Lago Laprello bezogen. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, proben die Taucher alle zwei Wochen hier den Ernstfall. Neben dem Freibad in Kirchhoven steht der Gruppe ebenfalls das Heinsberger Hallenbad zur Verfügung, wo die unterschiedlichsten Einsätze simuliert werden können.

Obwohl ein jedes der Mitglieder bestens geschult und ausgebildete ist, und im Einsatz die höchste Sicherheitsstufe besteht, können auch Unfälle nicht ausgeschlossen werden. „Im Vordergrund unserer Bemühungen steht immer die absolute Sicherheit unserer Männer“, sagt Gruppenleiter Guido Funk.

„Dennoch sind auch wir nicht gefeit vor irgendwelchen unvorhergesehenen Dingen. Zum Glück aber blieben wir in all den Jahren von schwerwiegenden Unfällen verschont“.

Die persönliche Ausrüstung, über die ein jeder der Taucher verfügen muss, wird von allen Mitgliedern selber finanziert. Dabei sind es zumindest 2000 Euro, die bei der Anschaffung des entsprechenden Tauchanzuges und der notwendigen Gegenstände aufgebracht werden müssen. Eine ganz besondere Aufgabe kommt Michael Dohmen, aktives Mitglied der Tauchergruppe und ausgebildeter Psychologe, zu: „Die seelische Belastung unserer Jungs, insbesondere nach einem schweren Einsatz, ist sehr groß.

Dann ist Michael gefordert, der diese Aufgabe auf hervorragende Art und Weise und mit großem Einfühlungsvermögen bewältigt“, lobt Gruppenleiter Funkt die psychologischen Fähigkeiten seines Kameraden. Dass es sich bei den Heinsberger Rettungstauchern um eine verschworene Gemeinschaft handelt, bestätigen alle Mitglieder.

Denn neben ihren Einsätzen kommt auch das gesellschaftliche nicht zu kurz: „So wie wir im Ernstfall fest zu einander stehen, geben wir uns auch nach unsren Einsätzen und Übungen. Die Kameradschaft steht im Vordergrund und wird auch bei uns Tauchern bestens gepflegt“, bekennen die „Froschmänner“. Dass man sich auch mal ein Bier gönnt, gehört auch hier einfach dazu.

(som)