Umfrage zum Mobilitätsverhalten der Erkelenzer Bürger

Befragung : Verkehrsverhalten der Bürger im Fokus

Das Mobilitätsverhalten der Erkelenzer wurde im vergangenen Herbst im Rahmen einer Bürgerbefragung untersucht. 1836 Bürger beteiligten sich an der Befragung und gaben Auskunft über ihr tägliches Mobilitätsverhalten. Die Ergebnisse wurden der Politik vorgestellt. Die Ergebnisse der Untersuchung dienen auch als Grundlagendaten des integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt, über das lange diskutiert wurde und das derzeit erarbeitet wird. Ein Dortmunder Fachbüro für Verkehrsplanung hatte die Befragung durchgeführt und ausgewertet.

Demnach haben 93 Prozent der Einwohner ab 18 Jahren zumindest zeitweise Zugriff auf ein Auto. Rechnerisch gibt es pro Haushalt eineinhalb Autos, wobei der Anteil der Elektroautos mit unter einem Prozent kaum wahrnehmbar sei, erläuterte Julian Scheer vom Planungsbüro bei der Präsentation der Ergebnisse im Fachausschuss.

Der ÖPNV in Erkelenz wird als gut bewertet, die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Bushaltestelle beträgt 382 Meter. Allerdings könnte die Nutzungsrate durch Information gesteigert werden, wie Scheer ausführte. Angebote wie der Fahrradbus oder der Multibus seien bei der Bevölkerung zu wenig bekannt. Immerhin liegt die Verfügbarkeit von Fahrrädern pro Haushalt mit 88 satte zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bei der älteren Generation sind Elektrofahrräder und Pedelecs beliebt, wie die Studie ergab.

Seit 2011 ist die Stadt Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in NRW (AGFS). Dies bedeutet, dass sich die Stadt verpflichtet hat, Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs zu ergreifen. Ziel ist es, den Anteil der Fahrräder am Verkehr deutlich zu erhöhen und damit auch bei den Klimazielen ein deutliches Zeichen zu setzen.

Die Befragung ergab auch, dass die Erkelenzer bei ihrer täglichen Fortbewegung nicht nur auf ein Verkehrsmittel setzen. Am beliebtesten ist die Kombination aus Auto und Fahrrad. Durchschnittlich legen die Erkelenzer pro Tag 3,8 Wege zurück, wobei pro Weg im Schnitt 13,3 Kilometer anfallen (Bund: 12,5). Auch bei der täglichen Wegedistanz liegen die Erkelenzer mit 42,6 Kilometern über dem Bundesdurchschnitt (39,1).

Neben ihrem Verkehrsverhalten standen auch die Wünsche der Erkelenzer im Fokus der Untersuchung. Diese ergab, dass sich die Befragten eine Verbesserung des Radwegenetzes und der Abstellmöglichkeiten in der Stadt wünschen würden. Problematisch sei das Thema Bahn, erklärte Scheer. Dies sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Tarifgebiete AVV und VRR in Erkelenz aufeinandertreffen. Auch mit der Pünktlichkeit und der Qualität der Verbindungen zeigten sich die Teilnehmer der Befragung oft nicht zufrieden. Bei der Bahn gebe es noch „Steigerungspotenzial“, wie Scheer betonte.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, erklärte, dass die Ergebnisse der Befragung in die kommenden Überlegungen zum Handlungskonzept einfließen würden.

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