U3-Betreuung in Hückelhovener Kitas: Ausbauziel nicht erreicht

U3-Betreuung in Hückelhovener Kitas: Das Ausbauziel ist nicht erreicht

„Wir werden von der steigenden Nachfrage zwar nicht überrollt, aber sie macht uns sehr zu schaffen“, sagte der Erste Beigeordnete Helmut Holländer in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Holländers Schlussfolgerung, diesmal in seiner Funktion als Kämmerer der Stadt Hückelhoven: „Wir müssen deshalb in den kommenden Jahren viel Geld investieren und neue Kindergärten bauen.“

Holländer zog damit die Schlussfolgerung aus der vorliegenden „11. Fortschreibung der Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeplätze in der Stadt Hückelhoven“. Das vom Jugendamt der Stadt erarbeitete umfangreiche Zahlen- und Textwerk lobte der Beigeordnete in höchsten Tönen: „Ich bin stolz darauf, dass wir unsere Arbeit auf solch ein Werk stützen können.“

Die dort aufgelisteten Zahlen belegen allerdings, dass trotz großer Anstrengungen „das ursprüngliche Ausbauziel, zu Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 insgesamt 403 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren anzubieten, in diesem Zeitfenster nicht erreicht werden kann“. Im gesamten Stadtgebiet stehen in diesem Jahr 344 Plätze für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zu Verfügung, was einer Versorgungsquote von 30,7 Prozent entspricht. „Bis zum Jahr 2021/22 wollen wir eine Versorgungsquote von 40 Prozent erreichen“, sagte Holländer im Ausschuss. „Das“, räumte er aber gleich ein, „wird wohl kaum zu schaffen sein“.

Nicht nur, weil für die bereits entwickelten neuen Baugebiete „Ruraue“ und „Schmiedegasse“ in Hückelhoven, „An Schröders Morgen/Am Kirchweg“ in Hilfarth und „Haller Acker“ in Ratheim noch keine Betreuungsplätze in die Bedarfsplanung eingerechnet wurden, sondern auch wegen massiver „administrativer Hindernisse“, wie Holländer es nannte: „Von der Idee, einen Kindergarten zu bauen, bis zum Baubeginn dauert es in Deutschland vier Jahre. In dieser Zeit sind die Planungszahlen Makulatur.“

Bereits vom Stadtrat beschlossen und damit auf dem Weg zur Realisierung ist die Erweiterung der Kindertageseinrichtung an der Fichtenstraße in Hilfarth, dort stehen dann im Kindergartenjahr 2019/20 sechs neue U3- und 14 zusätzliche Ü3-Plätze bereit. Beschlossen ist auch die Erweiterung und Sanierung der Kindertageseinrichtung in Kleingladbach, die im kommenden Kindergartenjahr um eine Gruppe und damit um sechs U3-und um 14 Ü3-Plätze größer sein wird. Und der Neubau der Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt am Venner Hof in Ratheim macht auch gute Fortschritte.

Im Kindergartenbereich habe der Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren, so Holländer, „eine riesige Dynamik, da verzeichnen wir eine Zuwachs von 40 Prozent“. Um dem Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind nachzukommen, bedürfe es großer Anstrengungen: „Das kostet viel Geld“, sagte der Kämmerer. „Aber wir schaffen das!“

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