Erkelenz-Borschemich: Trauriges Spektakel im sterbenden Ort

Erkelenz-Borschemich: Trauriges Spektakel im sterbenden Ort

Noch sind kaum drei Wochen vergangen, als in der Borschemicher Pfarrkirche St. Martini die letzte Messe gefeiert wurde. Im Anschluss an diesen feierlichen Gottesdienst war die Kirche wegen der immer näher rückenden Braunkohlebagger entweiht worden.

Mit dem Entfernen der Glocken, der Turmuhr sowie der Kirchturmspitze einschließlich des Wetterhahnes schreiten in diesen Tagen die Abbrucharbeiten des ehemals stolzen Gotteshauses voran.

Erzwungener Ausbau und Ortswechsel: Die Glocken von St. Martini Borschemich, der kürzlich entweihten Kirche, werden am neuen Standort bis zum kommenden Frühjahr zwischengelagert. Zwei Spezialkräne waren erforderlich, um auch die Turmuhr zu entfernen. Foto: Passage

Als nun die Glocken aus dem Kirchturm entfernt wurden, fanden sich neben den Arbeitern auch einige Schaulustige im Schatten der imposanten ehemaligen Kirche ein und beobachteten, teils mit Kameras bewaffnet, dieses traurige Spektakel. Unter der Aufsicht des Architekten Elmar Paul Sommer, der auch für den Neubau der Kapelle am neuen Standtort in Borschemich (neu) verantwortlich ist, beförderten Mitarbeiter eines Spezialunternehmens die insgesamt vier schweren Glocken zu Boden.

Dabei handelte es sich um eine 800 Kilo schwere Glocke aus dem Jahre 1882, eine im Jahre 1464 gegossene Glocke mit einem Gewicht von 550 Kilo, weiterhin eine im Jahr 1958 gefertigte, 380 Kilo schwere Glocke als auch die Totenglocke aus dem Jahre 1583 mit einem Gewicht von 75 Kilo.

Insgesamt kamen zwei Schwerlastkrähne zum Einsatz, weil gleichzeitig die Turmuhr von Maike Lölfing, Mitarbeiter des Spezialunternehmens, in zugiger Höhe abgebaut und zu Boden gelassen wurde. Bis zum kommenden Frühjahr werden nun die Glocken in der Kapelle in Borschemich (neu) zwischengelagert, ehe sie am neuen Standort installiert und die Gläubigen künftig durch ihr helles Geläut zu den jeweiligen Gottesdiensten rufen.

(gp)
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