Hückelhoven: Traditionelles Kulturfest im Café Lebensart

Hückelhoven : Traditionelles Kulturfest im Café Lebensart

Im Rahmen der interkulturellen Woche hatte der Eine-Welt-Laden Hückelhoven (EWL) zu seinem traditionellen Kulturfest ins Café Lebensart eingeladen. Viele Interessierte waren gekommen zu Vortrag und Diskussion zum Thema „Gemeinsam für eine gerechte Welt — kein Blut für unsere Handys“.

In seiner Begrüßung ging Bruno Bürger, der Vorsitzende des EWL, kurz auf die Themen der vergangenen Jahre ein und konnte zum letzten Jahr berichten, als es um Flüchtlinge ging, dass die drei, die über ihre Situation gesprochen hatten, inzwischen in Ausbildung sind beziehungsweise die Schule besuchen.

Etwas wehmütig wies Bürger darauf hin, dass das Café Lebensart, dass an diesem Abend für das leibliche Wohl sorgte, vorläufig seine Pforten schließe. Musikalisch begleiteten den Abend Petra und Carlos Fernández, die schon öfter zu Gast und mit ihren „Canciones del Mundo“ (Liedern der Welt) nicht nur den musikalischen Geist der jeweiligen Länder vermittelten, sondern auch auf soziale und politische Gegebenheiten eingingen.

Gold und Coltan

Mit großer Sachkenntnis und in freier Rede informierte Anke Reermann von Missio Aachen nach einem Kurzfilm über die Situation im Kongo und die katastrophalen Verhältnisse dort — vor allem wegen der Ausbeutung von Gold und Coltan, den Grundstoffen für die meisten elektronischen Geräte. Bei Missio heißt es: „Krieg, Kindersoldaten, Korruption, Ausbeutung und Massenvergewaltigungen sind die Ursachen für die Ausbeutung der reichen Bodenschätze durch Rebellen und Regierungsmitglieder, was dazu führt, dass Millionen von Menschen im eigenen Land auf der Flucht sind.“

Reermann wies auch darauf hin, dass es inzwischen verschiedene Organisationen gibt, die auf die „Blut-Handys“ hinweisen und für deren Gebrauch sensibilisieren und Alternativen anbieten. Es gab viel Beifall für ihre Ausführungen. Die Mitglieder des Eine-Welt-Ladens setzten ein Zeichen und spendeten alte Handys. Die werden gesammelt und gehen von Aachen aus nach Amsterdam, wo sie recycelt werden. Der Erlös kommt Einrichtungen für traumatisierte Frauen, Mädchen und Kindern zugute. Nach zwei Stunden endete die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Abendlied.

(hl)