Prinzenempfang in Erkelenz: Tollitäten tanken schunkelnd Kraft für die tollen Tage

Prinzenempfang in Erkelenz : Tollitäten tanken schunkelnd Kraft für die tollen Tage

Zu den närrischen Traditionen gehört, dass die Tollitäten und sonstigen Vertreter der Erkelenzer Karnevalsgesellschaften sonntags vor dem Prinzenbiwak der EKG auf der Burg antreten, um dort auf Einladung des an sich entmachteten Bürgermeisters zusammen zu feiern.

Schunkelnd tanken sie noch einmal Kraft für den karnevalistischen Endspurt, bevor am Aschermittwoch dann wieder alles vorbei zu sein scheint. Diesmal konkurrierten die Tollitäten auf dem Empfang mit „dem Prinz von St. Lambertus“, wie Bürgermeister Peter Jansen betonte. Denn quasi zeitgleich zum Empfang feierte Pastor Werner Rombach einige Hundert Meter entfernt in St. Lambertus sein 25-jähriges Priesterjubiläum mit einer Festmesse.

Kritik hatte Jansen aber auch, denn von den versammelten Tollitäten, die im Laufe des Sessionsbeginns den Stadtschlüssel aus Jansens Händen erhalten hatten, war keiner bei ihm im Büro erschienen, um zumindest mal einen Tag lang seinen Job zu übernehmen. Löbliche Ausnahme war Wolfgang „Wolli“ Conen von den Katzeköpp. Der Sitzungspräsident der Katzemer verkündete nämlich, dass er als „Nachfolgeranwärter-Praktikant“ des Bürgermeisters quasi bereit stünde, um „fließend das Amt zu übernehmen“, wenn es denn so weit sei. Sollte es wider Erwarten doch zu einem Wahlkampf kommen, trete er unter dem Motto „Katzem first“ an.

Der Katzemer Prinz Guido berichtete, dass er und die halbe KG spät nachts auf einer Straße in Holzweiler erfolglos die Schnalle eines seiner Prinzenschuhe gesucht hätten. Zum Glück hatte seine Gattin, die als Prinzin auch schon das Zepter geschwungen hatte, montagefertigen Ersatz parat. Ansonsten setzten die Katzemer ebenso wie die Venrather in dieser Session auf geschunkelte Integration, indem sie Tollitäten aus Nachbarorten zuließen. Also eher „Fastelovend first“.

Mit Jürgen Drews war nicht nur ein Wiederholungstäter bei den Lövenichern Prinz. In seinem Fall kann man gar von einem Intensivtäter sprechen, der bereits 1993 ohne und 2008 mit Ehefrau Ute als Prinz Karneval dabei war. Die Venrather hatten nicht nur ihre Tollitäten dabei, sondern auch den Präsidenten Josef „Juppi“ Gormanns. Dieser ließ es sich nicht nehmen, seine Gesangsqualitäten mit dem Stück „Heimat“ unter Beweis zu stellen. Mit Stimmung und viel Manpower waren die Japstöck aus Kückhoven dabei. Ihnen attestierte Jansen, dass sie das Zeug hätten, die alte Mehrzweckhalle „in den nächsten zwei Jahren kaputt zu rocken“.

Als jüngste der Erkelenzer Gesellschaften waren die Keyenberger Grubenrandpiraten mit ihrem Kinderdreigestirn, den Tolloitäten und dem Vorsitzenden Markus Schippers angetreten. Ihre Tanzgruppe „Töchter der sieben Meere“ sorgte für die erste und viel bejubelte Tanzeinlage im Kaminsaal der Burg. Die Golkrather Knallköpp waren mit Kinderprinzessin Linnéa (Nolte) gekommen.

Die Granterather Jecken brauchen keine Tollität, die haben Karl Mones. Den Kneipenkarneval vertraten das Fürstentum Brückstraße mit ihrem Dreigestirn und die Karnevalstruppe von der Flotten Theke, die von Sitzungspräsident Helmut Schoenmackers angeführt wurde. Als letzte waren dann Frank I. und Andrea I. von der EKG dran, die die fröhliche Gesellschaft frisch gestärkt zum Prinzenbiwak in die Stadthalle entführten. Für die Musik, die passenden Tuschs und manchen humorvollen Kommentar aus dem Off sorgte wieder Kurt Forg.