Tischtennisturnier mit Bundesliga-Flair in der JVA Heinsberg

JVA Heinsberg : Tischtennisturnier mit Bundesliga-Flair

Die Sportbeamten der JVA Heinsberg haben zum zweiten Mal nach 2017 ein Tischtennisturnier unter der Schirmherrschaft des Bundesligisten Borussia Düsseldorf ausgerichtet.

Hierzu reisten die Sportkollegen der Jugendvollzugsanstalten Wuppertal, Iserlohn und Herford mit jeweils sechs Jugendlichen sowie die Hobbymannschaft „Hau drauf Haaren“ mit fünf Teilnehmern an. Auch die Heinsberger stellten natürlich Spieler für das Turnier.

In acht Gruppen mit jeweils vier Spielern mussten sich die Teilnehmer für die Endrunde, die im K.o.- Modus ausgetragen wurde, qualifizieren. Bereits vor Turnierbeginn stand fest, dass es nicht zu einer Wiederholung des Endspieles von 2017 kommen konnte, da der Vorjahressieger zuvor aus der Haft entlassen worden war und der Zweitplatzierte vom Haarener Team aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Alle Achtelfinalspiele wurden deutlich mit 2:0 Sätzen entschieden – und somit war klar, dass die weiteren Platzierungsspiele spannend werden sollten.

Sieben Inhaftierte der verschiedenen Anstalten und die einzige Frau des Turniers standen sich im Viertelfinale gegenüber. Irmgard Heinrich war nach der Vorrunde und den Achtelfinals aufgrund ihrer aggressiven Spielweise und der gekonnten Schmetterbälle bei den „harten Jungs“ gefürchtet. „Hoffentlich muss ich im nächsten Spiel nicht gegen die Frau spielen“, sagte etwa ein Spieler aus der JVA Heinsberg. Doch es kam, wie es kommen musste. Er hatte nach hartem Kampf im dritten Satz mit 9:11 Punkten gegen die Haarener Spielerin das Nachsehen.

Im ersten Halbfinale stnden sich Spieler aus Iserlohn und Herford gegenüber. Der junge Mann aus der JVA Herford konnte das Match knapp mit 2:1 Sätzen für sich entscheiden. Im anderen Halbfinale traf einer der Favoriten der JVA Heinsberg auf Irmgard Heinrich von „Hau drauf Haaren“. Der junge Inhaftierte behielt in einem hochklassigen Match die Oberhand.

Im Spiel um den Bronzeplatz setzte sich Irmgard Heinrich unter tosendem Beifall der Zuschauer mit 3:1 durch. Eine starke Leistung der einzigen Frau in ungewohnter Umgebung.

Die Spannung im Endspiel war aber nicht zu überbieten. Alle Anwesenden versammelten sich rund um die „Spielbox“ und gaben diesem Fünfsatzkrimi einen würdigen Rahmen. Der Heinsberger Turnierfavorit lag bereits mit 2:0 Sätzen und einer knappen Führung im dritten Satz vermeintlich uneinholbar vorne, doch der junge Mann aus der JVA Herford gab sich nicht geschlagen und schaffte das fast Unmögliche. Er gewann nicht nur den dritten Satz, sondern auch noch die beiden folgenden – und war somit der Sieger des TT-Lago-Cups 2018.

Auch dieses Jahr wurde das Rahmenprogramm des Turniers wieder von Borussia Düsseldorf, einem der erfolgreichsten europäischen Tischtennisvereine, gestaltet. Neben diversen Möglichkeiten, sich im Tischtennisspiel unter anderem auch auf einem Bierzelttisch zu messen, wurde auch der schnellste geschlagene Ball ausgezeichnet. Ein junger Mann aus der JVA Iserlohn konnte den Highspeed-Wettbewerb mit unglaublichen 121 km/h für sich entscheiden

Alle Beteiligten waren sich nach dem Wettkampf einig, dass dieses Turnier ein gelungener Beitrag zur Sport- und Gemeinschaftsförderung der JVA Heinsberg gewesen sei. Ein großes Extra-Lob gab es für die hervorragende Vorbereitung und Turnierleitung durch die JVA Heinsberg in Person von Thomas Houwman, Günter Joerissen und Jörg Pretzl.

Mehr von Aachener Nachrichten