Theatergruppe Kirchhoven führt „TratschTantenSchlamassel“ auf

„TratschTantenSchlamassel“ : Theatergruppe sorgt für beste Unterhaltung

Die kleinen und großen menschlichen Schwächen zu thematisieren und im Theater zu präsentieren, das hat als Komödie seit der Antike in Griechenland Tradition. Mit der Situationskomödie „TratschTantenSchlamassel“ nach Volkstheaterart wartete auch die Theatergruppe Kirchhoven an zwei Tagen auf.

Im Mittelpunkt der Handlungen stand das Tratschen als Verhalten, welches nicht selten zu Verwicklungen führt und nach hinten losgeht. Für herzliches Lachen und viel Beifall sorgten die Mitglieder der Theatergruppe Kirchhoven im aufgeführten Dreiakter durch ihre überzeugenden Darbietungen und den Wortwitz in den Dialogen. Die erfolgten auf „Plattduesch“. „Jedes Ensemble-Mitglied hat das Umschreiben vom Hochdeutschen ins Plattdeutsche für seine Rolle vorgenommen“, so Regisseurin Waltraud Philippen.

Kerstin Baltes in der Rolle der Hausmeisterin „Annelie Gugel“ und Vera Mausberg als Friseurin „Hilde Hupf“ verstehen sich als verwitwete Nachbarinnen und sind Meisterinnen des Tratschens. Sie sind brillant in der Interpretation ihrer Rollen. Ort des Geschehens ist ein Mietshaus und der dortige Innenhof. Eine Mieterhöhung bringt die beiden und die restlichen Mieter finanziell in arge Nöte. Ihre Lösung für dieses Dilemma ist „milieugerecht“ – die beiden Frauen wollen ihre Kasse aufbessern mit einer illegalen Partnervermittlung. Der Friseurladen ist dafür die Börse.

Und wie im realen Leben, es kommt immer anders als man denkt. So verursachen und erleben die beiden Tratschtanten Verwicklungen, bringen den Hausfrieden durcheinander und der Schlamassel bricht über das Leben der Beteiligten herein. Daran sind die weiteren Mitglieder der Theatergruppe nach besten Kräften beteiligt. Und Nomen ist auch ihr Omen.

Gerd Geiser in der Rolle als „Theobald Hecht“, Tina Dressen als Mauerblümchen „Gisela Graubrot“, Christoph Geiser als Metzger „Heinrich Speck“, Sabine Heggen als Konditorwitwe „Margot Schnecke“, Jürgen Houben als Geschäftsmann „Winfried Lebemann“ und Katja Ohligschläger als Postbotin „Päckchen-Paula“, für die das Postgeheimnis keine Barriere ist sondern Quelle der „mitfühlenden“ Informationen für alle, sorgen für Verwicklungen, Irrungen und verschlimmbessernde Lösungen. Und Oma Wiese, die nur aus dem Off zu hören ist, schwebt über allem und gibt ihren Senf dazu.

Nicht selten werden Klischees bedient – zu dick, zu faul, zu alt, zu klug, zu sexy. Für jeden findet sich eine Schublade. Die deftigen Dialoge tun ihr Übriges dazu. Wer aber den Wortwitz und die Dialoge genau verfolgt, erkennt dahinter die mutigen Reaktionen der Protagonisten und eine Portion Selbstbewusstsein bis hin zur Emanzipation von den einengenden Belastungen des Lebens.

Dass mit diesen Zutaten die angerührte Suppe dem Publikum auch schmeckte und bestens gelang, dafür sorgte im Hintergrund Waltraud Philippen als Regisseurin und Souffleuse sowie als Oma Wiese. Maskenbildnerin Jaqueline Günther brachte mit ihren Accessoires die Betonung des Rollentypus auf den Punkt. An zwei Abenden gelang beste Unterhaltung für ein begeistertes Publikum.